Ruth Dreifuss: Eine prägende Figur der Schweizer Politik

Ruth Dreifuss, geboren am 9. Januar 1940 in St. Gallen, ist eine bedeutende Schweizer Politikerin (SP), Gewerkschafterin und Sozialwissenschaftlerin, die das politische Klima der Schweiz nachhaltig mitgeprägt hat.

Politische Karriere und Meilensteine

  • Bundesrat: Von 1993 bis 2002 war Ruth Dreifuss Mitglied des Schweizer Bundesrates. Sie schrieb Geschichte als:
    • Die zweite Frau in der Schweizer Landesregierung (nach Elisabeth Kopp).
    • Die erste sozialdemokratische Frau im Bundesrat.
    • Die erste Person mit jüdischem Hintergrund in diesem Gremium.
  • Bundespräsidentin: Im Jahr 1999 amtierte sie als Bundespräsidentin der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
  • Schwerpunkte: Als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) setzte sie sich stark für soziale Gerechtigkeit, die Stärkung der AHV, Lohngleichheit und die Rechte von Frauen ein. Sie gilt als wichtige Akteurin im historischen Frauenstreik von 1991.

Wirken nach der aktiven Politik

Nach ihrem Rücktritt aus dem Bundesrat Ende 2002 blieb Dreifuss eine einflussreiche Stimme in der Schweiz und international:

  • Internationales Engagement: Sie übernahm diverse Mandate, insbesondere im Bereich des weltweiten Zugangs zu Medikamenten.
  • Gesellschaftspolitische Rolle: Sie wird oft als kluge, sachorientierte und kompromissbereite Politikerin geschätzt. Auch im hohen Alter nimmt sie regelmässig an öffentlichen Debatten zu Menschenrechten, Sozialpolitik und Aussenpolitik teil.
  • Kritik und Debatten: Aufgrund ihrer kritischen Haltung gegenüber der israelischen Politik steht sie gelegentlich im Zentrum kontroverser öffentlicher Auseinandersetzungen, was ihre Rolle als streitbare Intellektuelle unterstreicht.

Kernüberzeugungen

Dreifuss zeichnet sich durch ein tiefes Vertrauen in demokratische Prozesse aus („Ich bin nicht staatsgläubig, aber demokratiegläubig“). Sie betont häufig, dass Politik den Menschen ermöglichen müsse, zu träumen und eine gerechtere Gesellschaft zu gestalten. Ihre Herangehensweise ist dabei stets von einer Mischung aus sozialem Engagement und pragmatischem Bürokratismus geprägt.


Die besten Quellen zu Ruth Dreifuss

  1. Ruth Dreifuss – Buch Basel (Portrait und Hintergründe)
  2. WOZ-Magazin: «Wir müssen wohlwollende Bürokratinnen sein»
  3. SP Entlebuch: Interview zu Menschenrechten und politischem Handeln

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