Ruthenium: Das seltene Platinmetall – Eigenschaften, Anwendung und Bedeutung

Ruthenium (Symbol: Ru, Ordnungszahl: 44) ist ein seltenes Übergangsmetall aus der Gruppe der Platinmetalle. Es zeichnet sich durch seine hohe Härte, Sprödigkeit und exzellente Korrosionsbeständigkeit aus.

Steckbrief und Eigenschaften

  • Entdeckung: Erstmals 1844 durch den russischen Chemiker Karl Ernst Claus isoliert (benannt nach Ruthenia, dem lateinischen Namen für Russland).
  • Physikalische Form: Ein silberweißes, hartes und sprödes Metall.
  • Vorkommen: Es kommt selten in reiner Form vor, sondern meist als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Platin und Nickel. Daher unterliegt die Verfügbarkeit starken Marktschwankungen.
  • Biologie: Ruthenium hat keine bekannte biologische Funktion, reichert sich jedoch in Spuren im menschlichen Körper an. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen der Eawag (Schweizer Wasserforschungsinstitut) zur Akkumulation von Ruthenium-Isotopen durch Mikroorganismen.

Anwendungsgebiete

Ruthenium ist aufgrund seiner speziellen chemischen und optischen Eigenschaften in verschiedenen Branchen gefragt:

  1. Elektronik: Aufgrund seiner hervorragenden elektrischen Leitfähigkeit und Beständigkeit wird es in der Elektronikindustrie für Dünnschichtwiderstände, Kontakte und in Festplatten eingesetzt.
  2. Schmuck & Design (Schweizer Markt):
    • Veredelung: In der Schweiz wird Ruthenium häufig zur galvanischen Beschichtung verwendet. Es verleiht Schmuckstücken und Accessoires (z. B. Armbänder oder Uhren-Hardware) ein hochwertiges, anthrazitfarbenes bis schwarzes Finish.
    • Luxusgüter: Hochwertige Accessoires, etwa exklusive Handtaschen (wie die Hermès Birkin Bag), nutzen Ruthenium-Hardware für ein edles, widerstandsfähiges Design.
  3. Investition: Ruthenium wird zunehmend als Sachwert gehandelt. In der Schweiz sind Anlagemünzen, die mit Ruthenium veredelt wurden, als Sammlerobjekte erhältlich. Aufgrund der geringen Markttransparenz und hohen Volatilität erfolgt eine Investition meist indirekt über Fonds oder Unternehmen, die in die Gewinnung involviert sind.

Wichtige Hinweise

  • Sicherheit: Während das Metall an sich ungiftig ist, ist die chemische Verbindung Rutheniumtetraoxid (RuO₄) als gefährlich einzustufen.
  • Marktsituation: Als Nebenprodukt der Platinförderung ist das Angebot begrenzt, was das Metall für Anleger zwar interessant, aber aufgrund der Preisvolatilität auch spekulativ macht.

Empfohlene weiterführende Quellen

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Chem. Elemente
Ruthenium (Ru / 44)
Molmasse 101.1 g mol-1
Elektronegativität / Pauling 2.2
Dichte bei 20° 12.4 g cm-3
Schmelzpunkt 2310 °C
Siedepunkt 3900 °C
Atomradius (Van der Waals) 0.135 nm
Ionenradius k.A.
Isotope k.A.
Standardpotential 0.45 V
Ruthenium ist ein hartes, weisses Metall, welches bei Raumtemperaturen nicht anläuft. Aber es oxidiert an Luft bei ungefähr 800°C. Das Metall wird nicht durch heisse oder kalte Säuren angegriffen. Wenn Ruthenium allerdings mit Kaliumchloratlösung reagiert oxidiert es explosiv.
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