Salto Mortale: Eine schweizerische Bestandsaufnahme zwischen Kunst, Theater und Alltagssprache

Der Begriff „Salto Mortale“ ist im schweizerischen kulturellen und gesellschaftlichen Kontext vielfältig belegt. Während er ursprünglich den waghalsigen Sprung eines Trapezkünstlers beschreibt, wird er in der Schweiz sowohl als Name für Theatergruppen, als Metapher für politisches oder kognitives Handeln als auch als Titel in der Kunst verwendet.

Kulturelle und künstlerische Präsenz in der Schweiz

  • Theater Salto & Mortale: Dies ist ein aktives Ensemble, das sich durch sozial engagierte Produktionen auszeichnet. Ein aktuelles Beispiel ist das Stück «Echo Echo», das in Zusammenarbeit mit Schulklassen entwickelt wurde und Themen wie Einsamkeit, Identität und soziale Zugehörigkeit behandelt. Das Ensemble kooperiert dabei mit verschiedenen Schweizer Institutionen (u.a. Theater am Bahnhof Reinach, Theater Tuchlaube Aarau).
  • Bildende Kunst: Die Künstlerin Ilona Ruegg thematisierte den Begriff in ihrer Werkreihe «Salto mortale». Das Werk «Octave (Salto mortale 10)» von 1987 ist heute Teil der Sammlung des Aargauer Kunsthauses und zeugt von der Auseinandersetzung mit trivialer Bildsprache.
  • Circus Mundial: Der Zirkus nutzt den Begriff oft als dramaturgisches Element für seine Artistikshows, wenn er in der Schweiz gastiert, um den Nervenkitzel der Darbietungen zu betonen.

Metaphorische Verwendung

  • Politische Rhetorik: In der Schweizer Politik wird der „Salto Mortale“ häufig als Metapher für riskante oder als widersprüchlich empfundene politische Manöver verwendet, etwa im Rahmen von Wahlkämpfen oder bei radikalen familienpolitischen Kurswechseln.
  • Psychologie und Sprache: Auf Plattformen für Coaching und Kommunikation wird der „Salto Mortale im Hirn“ als Begriff für kognitive Dissonanz verwendet. Dies beschreibt den Zustand, wenn das Gehirn aufgrund widersprüchlicher Begriffe (wie etwa „konstruktive Kritik“) keine eindeutige Verarbeitung vornehmen kann.

Literatur und Medien

In der Schweizer Bibliothekslandschaft (z. B. Bibliothek Sissach) findet der Begriff zudem Verwendung als Titel in der Kriminalliteratur, etwa in Jugendbuchreihen wie „Rocky Beach Crimes“ (Onkel Titus ermittelt).


  1. Theater Salto & Mortale - Diogenes Theater – Informationen zur aktuellen Arbeit und den inhaltlichen Schwerpunkten des Ensembles.
  2. Aargauer Kunsthaus - Werkbeschrieb Ilona Ruegg – Hintergrund zu einem bedeutenden Schweizer Kunstwerk mit diesem Titel.
  3. Salto Mortale - Susanne Schaffner-Hess – Ein Beispiel für die politische Verwendung des Begriffs in einem schweizerischen Kontext.

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Quelle: swissfilms.ch