Das Schlaffe Rispengras (Poa remota): Ein heimischer Gras-Spezialist
Das Schlaffe Rispengras (Poa remota), auch als Ferngras bezeichnet, ist ein seltenes und ökologisch wertvolles Süßgras, das in Deutschland vor allem in feuchten Waldgebieten vorkommt.
Steckbrief und Merkmale
- Wissenschaftlicher Name: Poa remota Forselles
- Familie: Süßgräser (Poaceae)
- Lebensraum: Es bevorzugt feuchte bis nasse Standorte in Auwäldern, Quellfluren, Erlenbruchwäldern oder schattigen Bachufern.
- Erscheinungsbild:
- Wuchs: Bildet lockere Horste, meist ohne Ausläufer.
- Halme: Schlank, oft niederliegend oder "schlaff" überhängend (daher der Name).
- Blütenstand: Eine sehr lockere, überhängende Rispe. Die Ährchen sind klein und wirken oft zart.
- Blütezeit: Juni bis Juli.
Ökologische Bedeutung in Deutschland
In Deutschland gilt das Schlaffe Rispengras als stark gefährdet (RL 2). Da es auf spezielle Waldgesellschaften mit hoher Luftfeuchtigkeit und nährstoffreichen Böden angewiesen ist, reagiert es äußerst empfindlich auf:
- Die Entwässerung von Waldgebieten.
- Die Veränderung des Waldklimas.
- Forstwirtschaftliche Maßnahmen, die das Mikroklima im Unterwuchs stören.
Verbreitung
In Deutschland ist die Art vor allem in den Mittelgebirgsregionen und im Alpenvorland zu finden. Die Bestände sind jedoch oft stark fragmentiert, was die Art zu einer wichtigen Zielart für den Waldnaturschutz macht. Da es sich um ein "Gras" handelt, bildet es keine klassischen "Blüten" im Sinne von Schaupflanzen, sondern produziert kleine Windblütler, die typisch für die Gattung Poa sind.
- Poa remota auf FloraWeb (Bundesamt für Naturschutz)
- Schlaffes Rispengras bei Wikipedia
- Steckbrief und Verbreitungskarte (Infoflora)
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