Die Schlanke Bernsteinschnecke (Oxyloma dunkeri) – Ein spezialisierter Bewohner feuchter Lebensräume

Die Schlanke Bernsteinschnecke gehört zur Familie der Bernsteinschnecken (Succineidae). Während die Gemeine Bernsteinschnecke (Succinea putris) weit verbreitet ist, stellt die Schlanke Bernsteinschnecke (Oxyloma dunkeri) eine spezialisierte Art dar, die eng an feuchte Standorte gebunden ist.

Steckbrief und Merkmale

  • Systematik: Familie Succineidae.
  • Erscheinungsbild: Typisch für Bernsteinschnecken ist das rechtsgewundene Gehäuse mit wenigen Windungen, bei dem die letzte Windung stark vergrößert ist. Dies verleiht ihnen ihre charakteristische, bernsteinartige und oft durchscheinende Optik.
  • Lebensweise: Sie bevorzugen gewässernahe, feuchte Biotope. Sie sind extrem feuchtigkeitsliebend und können sich – wie auch andere Verwandte ihrer Familie – zeitweise sogar unter Wasser aufhalten.
  • Ernährung: Sie ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Kost in ihrem feuchten Lebensraum.

Verbreitung und Vorkommen

  • Regionaler Bezug: Bernsteinschnecken sind in ganz Europa verbreitet. Während sie in Deutschland und Österreich in den Auenlandschaften (z. B. Donauauen) häufiger dokumentiert sind, findet man sie in der Schweiz und angrenzenden Regionen bevorzugt in strukturreichen Feuchtgebieten, Hochstaudenfluren und an Gewässerrändern.
  • Lebensraum: Sie benötigen eine dichte Vegetation, die ihnen Schutz vor Austrocknung und Fressfeinden bietet.

Biologische Besonderheiten

  1. Fortpflanzung: Wie alle Landlungenschnecken sind sie Zwitter, bei denen eine gegenseitige Begattung die Regel ist.
  2. Parasitenbefall: Ein bekanntes Phänomen bei Vertretern der Bernsteinschnecken ist der Befall durch den Saugwurm Leucochloridium paradoxum. Der Parasit nistet sich in den Fühlern ein, lässt diese pulsieren und farbig anschwellen, um Vögel zum Fressen der Schnecke zu animieren und so den Lebenszyklus des Parasiten zu schließen.
  3. Überwinterung: Die kalte Jahreszeit verbringen sie geschützt unter Falllaub oder in lockerer, feuchter Erde.

Gefährdung und Schutz

Da die Schlanke Bernsteinschnecke (wie viele andere Arten der Gattung Oxyloma) auf intakte, feuchte Lebensräume angewiesen ist, reagiert sie empfindlich auf die Trockenlegung von Feuchtgebieten und den Klimawandel. Schutzmaßnahmen in Naturschutzgebieten und Auenlandschaften sind entscheidend für ihren Erhalt.


  1. Bernsteinschnecke im Nationalpark Donau-Auen – Detaillierte Informationen zum Lebensraum und zur Biologie der Schnecken.
  2. Die Bernsteinschnecke: Ein verborgenes Juwel der Feuchtgebiete – Ein informativer Blogbeitrag über die Rolle der Schnecke im Ökosystem.
  3. Artenliste Mollusken Deutschland (Rotelistezentrum) – Fachliche Übersicht zur taxonomischen Einordnung der Oxyloma dunkeri.

Vielleicht auch interessant


Bauchige Zwerghornschnecke

Bayerische Federkiemenschnecke

Dreizähnige Puppenschnecke

Flache Federkiemenschnecke

Genabelte Puppenschnecke

Genabelte Strauchschnecke

Gestreifte Haarschnecke

Gestreifte Puppenschnecke

Gletscher Glasschnecke

Grünliche Scheibchenschnecke

Kurze Glasschnecke

Leberegelschnecke

Mittelmeer-Ackerschnecke

Quell Erbsenmuschel

Schiefe Erbsenmuschel

Strobels Schliessmundschnecke

Sumpf Windelschnecke

Südalpen Schliessmundschnecke

Ungenabelte Kristallschnecke

Wald Schnirkelschnecke

Wandermuschel

Weitmündige Glasschnecke

Wulstige Kornschnecke

Zierliche Schliessmundschnecke

Zweizähnige Schliessmundschnecke
War das hilfreich?
Schnecken Schweiz
Schlanke Bernsteinschnecke
Merkmale
Langgestrecktes, schmales, Gehäuse mit einem grosssen letzten Umgang. Gehäuseöffnung ist grössser als die halbe Höhe des Gehäuses
Fundorte
In der gesamten Schweiz
Lat. Bezeichnung
Oxyloma elegans
Schlanke Bernsteinschnecke
KImehr über Schlanke Bernsteinschnecke
Quelle: info fauna CSCF