Der Schlehen-Blütenspanner (Pasiphila chloerata): Ein Porträt

Der Schlehen-Blütenspanner (Pasiphila chloerata), auch unter seinem englischen Namen „Sloe Pug“ bekannt, gehört zur Familie der Spanner (Geometridae). Diese unscheinbare, aber faszinierende Schmetterlingsart ist eng an das Vorkommen von Schlehen (Prunus spinosa) gebunden, die nicht nur für den Menschen als Basis für Liköre oder Wildfrüchte dienen, sondern als essenzielle Futterpflanze für die Larven fungieren.

Steckbrief und Lebensraum in der Schweiz

  • Wissenschaftlicher Name: Pasiphila chloerata (Mabille, 1870)
  • Systematik: Geometridae (Spanner), Unterfamilie Larentiinae
  • Vorkommen: Die Art ist in der Schweiz verbreitet. Dokumentationen wie die von euroleps.ch führen sie als festen Bestandteil der heimischen Fauna.
  • Ökologische Bindung: Der Falter ist streng auf die Schlehe angewiesen. Während die Früchte der Schlehe im Spätherbst für Vögel und Sammler (nach dem ersten Frost) interessant sind, spielt für den Schmetterling die Blütezeit der Schlehe die entscheidende Rolle.
  • Lebensweise: Die Falter sind nachtaktiv und können gelegentlich beim abendlichen Leuchten beobachtet werden. Die Raupen entwickeln sich an den Blütenknospen und Blüten der Wirtspflanze.

Die Bedeutung der Schlehe als Habitat

Die Schlehe ist ein ökologisches Schwergewicht. Während in der Schweiz oft über die Ernte der „blauen Früchtchen“ für Rezepte wie den „Schlehenfeuer-Likör“ diskutiert wird, ist der Schutz der Bestände für den Schlehen-Blütenspanner überlebenswichtig. Ein verantwortungsbewusster Umgang beim Sammeln (nur Teilmengen entnehmen) sichert nicht nur Nahrung für Vögel, sondern bewahrt auch die Lebensgrundlage für spezialisierte Insektenarten.

Verwechslungsmöglichkeiten

In der Schweizer Entomologie gibt es eine Vielzahl von Blütenspannern. Während der Schlehen-Blütenspanner spezifisch an Prunus spinosa gebunden ist, nutzen andere Arten wie der Goldruten-Blütenspanner (Eupithecia virgaureata) ein breiteres Spektrum an Pflanzen, zu denen neben Stauden mitunter auch Weissdorn und Schlehen gehören können. Eine genaue Bestimmung anhand von Genitaluntersuchungen oder präziser Funddaten ist bei diesen oft kryptischen Arten in der Schweiz daher häufig erforderlich.


  1. Pasiphila chloerata – Steckbrief bei euroleps.ch – Die wissenschaftliche Referenz für Verbreitung und Systematik in der Schweiz.
  2. Pasiphila chloerata auf Alexanders Schmette – Anschauliche Informationen zum abendlichen Leuchten und zur Erscheinung des Falters.
  3. Wilde Früchtchen: Die Schlehe (Textplantage.ch) – Ein Einblick in die ökologische Bedeutung der Schlehe, die als Lebensgrundlage für den Falter dient.

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Gehört in die Familie der Spanner (Geometridae). Merkmale: Foto: CH, SG, St. Gallen, 650m, 5.6.2015.
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Quelle: insects.ch