Der Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) – Porträt

Der Nierenfleck-Zipfelfalter, in der Schweiz und international als Thecla betulae bekannt, gehört zur Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Oft wird er aufgrund seiner engen Bindung an die Schlehe (Schwarzdorn) umgangssprachlich mit dieser in Verbindung gebracht, wobei er in der Fachwelt als „Nierenfleck-Zipfelfalter“ geführt wird.

Steckbrief und Merkmale

  • Wissenschaftlicher Name: Thecla betulae
  • Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
  • Aussehen: Die Flügelunterseiten sind auffällig orange-gelb gefärbt, mit einer charakteristischen, leicht weißlich gerandeten dunklen Linie (dem „Nierenfleck“). Die Oberseite ist bei beiden Geschlechtern dunkelbraun, wobei Weibchen oft eine markante orangefarbene Fleckenreihe auf den Vorderflügeln tragen.
  • Lebenszyklus: Die Art bildet pro Jahr eine Generation aus. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium an den Zweigen der Futterpflanzen.

Lebensraum und Ökologie in der Schweiz

Der Nierenfleck-Zipfelfalter ist ein typischer Bewohner strukturreicher Landschaften. Seine Präsenz ist eng an das Vorkommen von Schlehengebüschen (Prunus spinosa) geknüpft.

  • Futterpflanzen: Die Raupen ernähren sich fast ausschließlich von der Schlehe. In der Schweiz werden entsprechende Habitate durch gezielte Waldrandaufwertungen (z. B. am Sonnenberg/Oberembrach) gefördert, indem man auf die Kombination von Schwarzdorn und Liguster achtet.
  • Habitatansprüche: Er bevorzugt sonnige Waldränder, Heckensäume und buschreiche Offenlandstrukturen. Der Erhalt dieser „Säume“ ist entscheidend für das Überleben der Art, da hier sowohl die Eiablage als auch die spätere Entwicklung der Raupen stattfinden.
  • Gefährdung: Da der Falter auf spezifische Strauchformationen angewiesen ist, reagiert er empfindlich auf die Rodung von Gebüschen oder eine zu intensive Pflege von Waldrändern. In der Schweiz spielt die Förderung von Kleinstrukturen und der Verzicht auf das vollständige Entfernen von Totholz eine wesentliche Rolle bei seinem Schutz.

Abgrenzung

Im deutschsprachigen Raum wird oft auch der „Grüne Zipfelfalter“ (Callophrys rubi) thematisiert, der 2020 zum Schmetterling des Jahres gekürt wurde. Dieser ist jedoch eine eigenständige Art mit anderen Ansprüchen an die Vegetation (z. B. Brombeere) und darf nicht mit dem Nierenfleck-Zipfelfalter verwechselt werden.


  1. EuroLeps – Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) – Fachliche Daten und Verbreitungsübersicht.
  2. Schmetterlingsgarten.ch – Übersicht der Raupenfutterpflanzen – Praktische Informationen zur Verknüpfung von Arten und Futterpflanzen wie der Schlehe.
  3. Stiftung Wirtschaft und Ökologie – Waldrandaufwertung – Praxisbeispiel für den Schutz des Pflaumen-/Nierenfleck-Zipfelfalters in der Schweiz.

Vielleicht auch interessant


Brauner Feuerfalter

Bucenmotte

Caloptilia hemidactylella

Dichrorampha montana

Eichenglucke

Eichenhain

Exoteleia dodecella

Gammaeule Autographa gamma

Gelbgewürfelter

Graugrüner

Hellrandige

Hummelschwärmer

Landkärtchen

Marmorierter

Monopis crocicapitella

Märzveilchenf

Nymphula niticulata

Putris-Eule

Rosenmotte

Rötlichgelbe

Schwarzer Bär

Skabiosenn

Tholera sp

Watsonalla binaria

Ähnliches Weissfleck
War das hilfreich?
Schmetterlinge
Schlehen-Zipfelfalter
Gehört in die Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Merkmale: Foto 1 - 3: Kroatien, dalmatische Küste, Krka, 2.6.2014 (Männchen)
Schlehen-Zipfelfalter
KImehr über Schlehen-Zipfelfalter
Quelle: insects.ch