Schmuckschildkröte Reptil

Schmuckschildkröten in der Schweiz – Haltung, Arten und Naturschutz

Übersicht über Schmuckschildkröten (Trachemys-Arten)

Schmuckschildkröten gehören zur Gattung Trachemys und sind beliebte, aber anspruchsvolle Reptilien. In der Schweiz werden vor allem drei Unterarten gehalten oder als invasive Neozoen beobachtet:

  • Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)
  • Gelbbauch-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta)
  • Karibische Schmuckschildkröte (Trachemys venusta)

Biologie und Herkunft

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte stammt ursprünglich aus dem Südosten der USA. Sie zeichnet sich durch die charakteristischen roten Streifen hinter den Augen aus. Gelbbauch- und Karibische Schmuckschildkröten haben ähnliche Ansprüche, unterscheiden sich aber in der Färbung (gelbe Bauchplatte bzw. lebhaftere Zeichnung). Alle Arten können in der Natur bis zu 30–40 Jahre alt werden und erreichen eine Panzerlänge von 20–30 cm.

Haltung in der Schweiz

Die Haltung von Schmuckschildkröten ist anspruchsvoll und erfordert ein grosses Aquaterrarium (mindestens 150–200 cm Länge für ein adultes Tier). Wichtige Aspekte sind:

  • Starke Filterung und regelmässige Wasserwechsel
  • Basking-Bereich mit UV-B-Strahlung (Reptil Sun Heat oder vergleichbare Lampen)
  • Wassertemperatur 22–26 °C, Lufttemperatur bis 30 °C im Wärmebereich
  • Abwechslungsreiche Ernährung (allesfressend): Wasserpflanzen, Fisch, Garnelen, Insekten, spezielles Schildkrötenfutter

Wichtig: Die Rotwangen-Schmuckschildkröte gilt in der Schweiz als invasive Art. Seit 2016 ist der Handel mit ihr weitgehend verboten. Bereits gehaltene Tiere dürfen jedoch weiterhin gehalten werden, dürfen aber nicht ausgesetzt werden.

Invasive Problematik in der Schweiz

In vielen Schweizer Gewässern, unter anderem in den Dättwiler Weihern (Kanton Aargau), haben sich Rotwangen-Schmuckschildkröten etabliert. Sie konkurrieren mit der stark gefährdeten Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) um Nahrung und Sonnenplätze. Kantonale Neobiota-Fachstellen und Tierschutzorganisationen (z. B. Tierschutz Aargau) kümmern sich um Fundtiere. Gefundene Rotwangen-Schmuckschildkröten werden meist nicht eingeschläfert, sondern bleiben beim bisherigen Halter oder werden an Auffangstationen vermittelt.

Empfehlung

Wer eine Schmuckschildkröte halten möchte, sollte sich bewusst sein, dass es sich um eine langfristige und platzintensive Verantwortung handelt. Seriöse Züchter und artgerechte Haltung stehen im Vordergrund. Aufgrund der invasiven Problematik wird von einer Neuanschaffung der Rotwangen-Schmuckschildkröte abgeraten.


  1. Rotwangen-Schmuckschildkröte: Der umfassende Leitfaden – Sehr detaillierter deutschsprachiger Ratgeber zu Haltung, Pflege und Verantwortung.
  2. Rotwangen-Schmuckschildkröte als Neozoon in der Schweiz – Wissenschaftlich fundierte Informationen zur invasiven Verbreitung in der Schweiz.
  3. Schildkröte gefunden? – Tierschutz Aargau – Praktische Informationen, was bei Fund einer Schmuckschildkröte in der Schweiz zu tun ist.

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