Der Schopf-Tintling (Coprinus comatus): Ein Porträt

Der Schopf-Tintling, oft auch „Spargelpilz“ genannt, ist einer der bekanntesten und auffälligsten Pilze in Mitteleuropa, der auch in der Schweiz weit verbreitet ist.

Biologische Merkmale

  • Wachstum: Er bevorzugt stickstoffreiche Böden (z. B. Wiesen, Parkanlagen, Wegränder).
  • Besonderheit: Der Pilz ist ein nematophager Pilz, das heißt, er kann Fadenwürmer (Nematoden) zersetzen.
  • Zerfall: Ein charakteristisches Merkmal ist die Autolyse. Sobald der Pilz reift, beginnt er sich durch eigene Enzyme selbst aufzulösen und in eine schwarze, tintenartige Flüssigkeit zu verwandeln. Dieser Prozess erfolgt unabhängig von Bakterien.

Speisewert und Verwendung

  • Kulinarik: Der Schopf-Tintling gilt als schmackhafter Speisepilz. Er wird häufig als „Spargelpilz“ bezeichnet, da sein Geschmack an Spargel erinnern kann.
  • Wichtiger Hinweis: Er ist nur im sehr jungen Zustand essbar, solange die Lamellen noch rein weiß sind. Sobald sie sich rosa oder schwarz verfärben, beginnt der Zersetzungsprozess und der Pilz ist nicht mehr für den Verzehr geeignet.
  • Zubereitung: Der Pilz sollte sehr frisch verarbeitet werden (z. B. in Butter gebraten), da er aufgrund seines schnellen Zerfalls kaum lagerfähig ist.

Vorkommen und Bestimmung in der Schweiz

In der Schweiz ist der Pilz ein häufiges Fundobjekt. Regionale Pilzvereine, wie beispielsweise in Zürich oder Basel, dokumentieren die Funde und unterstützen bei der Bestimmung.

  • Verwechslungsgefahr: Es gibt diverse Tintlingsarten (z. B. den Glimmer-Tintling oder den Specht-Tintling). Während der Schopf-Tintling essbar ist, sollte man sich bei der Bestimmung sicher sein, um Verwechslungen mit anderen, teils ungenießbaren Arten zu vermeiden. Eine kleinere Form wird gelegentlich als „Eiertintling“ abgetrennt.

Pilzzucht

Für Interessierte in der Schweiz besteht die Möglichkeit, den Schopf-Tintling mittels spezieller Kulturen (Sporenspritzen, Reinkulturen in Petrischalen oder Ernteballen) selbst zu züchten, um den Pilz unter kontrollierten Bedingungen zu beobachten und zu ernten.


  1. Schopftintling - Speisewert & Verwechslung (awl.ch)
  2. Schopf-Tintling Pilzzucht-Informationen (ethnobotanika.ch)
  3. Pilz-Datenbank (pilze-basel.ch)

Vielleicht auch interessant


Birkenporling

Breitblättriger Rübling

Dunkler Hallimasch

Dünnfleischiger Anis-Egerling

Falscher Pfifferling

Fichten-Zapfenrübling

Frühlings-Knollenblätterpilz

Gallen-Täubling

Gemeiner Rotfussröhrling

Gemeiner Steinpilz

Goldfell-Schüppling

Grasgrüner Täubling

Grauer Wulstling

Harter Zinnober-Täubling

Hohlfuss-Röhrling

Kegeliger Saftling

Lärchen-Schneckling

Nelken-Schwindling

Perlpilz

Satans-Röhrling

Schmetterlings-Tramete

Spitz-Morchel

Violetter Lacktrichterling

Wechselfarbiger Dotter-Täubling

Zucht-Champignon
War das hilfreich?
Pilze
Schopf-Tintling
Der Schopf-Tintling (Coprinus comatus), auch Spargelpilz, Porzellantintling, Tintenpilz oder inkorrekt Tintenschopfling genannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Champignonverwandten. Er ist in Europa heimisch, häufig und jung ein ausgezeichneter, wenngleich nicht sehr haltbarer Speisepilz, denn alte Exemplare zerfliessen zu einer tintenartigen Flüssigkeit. Die Art ist kultivierbar, im Handel wird beispielsweise Körnerbrut angeboten, die vom Pilzgeflecht durchwachsen ist.
Schopf-Tintling
KImehr über Schopf-Tintling
Quelle: Wikipedia