Der Schreiadler (Clanga pomarina): Ein scheuer Jäger im Porträt

Der Schreiadler, oft auch „Pommernadler“ genannt, ist ein kleiner, wendiger Greifvogel mit schokoladenbraunem Gefieder. Er gilt als äußerst heimlich und stellt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum.

Lebensweise und Besonderheiten

  • Lebensraum: Der Schreiadler benötigt große, unzerschnittene Laub- und Mischwälder sowie angrenzende Feuchtgebiete. In Deutschland sind die Bestände mit nur rund 100 Brutpaaren stark gefährdet.
  • Jagdverhalten: Eine Besonderheit ist seine Jagdtechnik: Für einen Greifvogel ungewöhnlich, sucht er nach der Beobachtung von einer Sitzwarte aus seine Beute oft zu Fuß am Boden.
  • Kainismus: Die Brutbiologie ist durch den sogenannten „Kainismus“ geprägt. Das Erstgeborene unterdrückt oder tötet oft das Geschwistertier, was Forscher metaphorisch als „Kain-und-Abel-Brut“ bezeichnen.
  • Zugverhalten: Als Langstreckenzieher legt er alljährlich weite Strecken bis in das südliche Afrika zurück. Auf diesen Routen ist er massiven Gefahren wie der illegalen Jagd (z. B. im Libanon) ausgesetzt.

Status in der Schweiz und angrenzenden Regionen

Der Schreiadler ist in Mitteleuropa ein sehr seltener Gast. In der Schweiz finden sich nur vereinzelt Informationen zu Sichtungen oder zur Bestimmung (oft im Kontext von Monitoring durch Naturschutzverbände wie Turdus). Auch in Österreich gilt er als seltener Gast: Gelegentliche Nachweise, etwa im Burgenland, unterstreichen die Bedeutung der Schutzgebiete für durchziehende oder vereinzelt auftretende Individuen. Der Schutz über die europäischen Natura-2000-Richtlinien ist für das Überleben der Art essenziell.

Gefährdung

Die Art leidet unter dem Verlust naturnaher Wälder und den Auswirkungen des Klimawandels, der Nahrungsquellen und Zugrouten verändert. Der Erhalt von Naturwäldern ist für das langfristige Überleben dieser seltenen Adlerart von zentraler Bedeutung.


Hilfreiche Ressourcen zum Schreiadler

  1. Schreiadler – Deutschlands kleinster Adler (Uli Klös)
  2. Der Schreiadler – NABU Mecklenburg-Vorpommern
  3. Schreiadler – Informationen und Ruf (Deutsche Vogelstimmen)

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Das Brutgebiet des Schreiadlers ist recht klein. Bei uns tritt der Schreiadler seltener auf als der Schelladler. Der Grund liegt in seiner Zugroute: Sie führt über den Bosporus (Türkei) und den Nahen Osten ins südliche Afrika. Der Schreiadler als kleinste europäische Adlerart ist nur wenig grösser als der Mäusebussard. Die Unterscheidung vom Schelladler ist selbst für erfahrene Ornithologen schwierig. Schreiadler sind am Nest sehr ruffreudig, was ihnen den deutschen Namen eingebracht hat.
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