Der Schwarzstorch (Ciconia nigra): Ein scheuer Bewohner der Schweizer Wälder

Der Schwarzstorch ist eine faszinierende, aber seltene Vogelart, die sich deutlich von ihrem bekannteren Verwandten, dem Weißstorch, unterscheidet. Während der Weißstorch die Nähe zum Menschen sucht, ist der Schwarzstorch ein scheuer Bewohner unberührter Wälder.

Merkmale und Lebensweise

  • Erscheinungsbild: Der Schwarzstorch besitzt das für Störche typische Aussehen mit einem langen roten Schnabel und langen roten Beinen. Markant sind zudem die leuchtend rote Haut um die Augen und am Schnabelansatz bei erwachsenen Tieren.
  • Verhalten: Im Gegensatz zum Weißstorch klappert der Schwarzstorch nur selten. Er gilt als Einzelgänger und ist ein sehr scheuer Vogel, der menschliche Nähe meist meidet.
  • Lebensraum: Er bevorzugt unberührte, ruhige Wälder. Da diese Lebensräume zunehmend zurückgehen, gilt der Schwarzstorch als besonders schutzbedürftig.

Situation in der Schweiz

Lange Zeit galt der Schwarzstorch in der Schweiz primär als Durchzieher. In den letzten Jahren gibt es jedoch erfreuliche Entwicklungen:

  • Bruterfolge: Im Kanton Waadt konnte erstmals ein Nest nachgewiesen werden, womit der Schwarzstorch nun offiziell als Brutvogelart der Schweiz geführt wird.
  • Beobachtungen: Regelmäßig werden übersommernde Vögel in verschiedenen Regionen, etwa im Appenzellerland oder im Neeracherried (Zürich), gesichtet.
  • Schutz und Forschung: Naturschutzorganisationen wie BirdLife Schweiz und lokale Vereine beobachten die Bestände intensiv. Auch in zoologischen Einrichtungen wie dem Natur- und Tierpark Goldau wird zur Erhaltung und zum Verständnis der Art beigetragen.

Verbreitung

Weltweit ist der Schwarzstorch weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über weite Teile Mitteleuropas bis hin nach China und Korea. Die Bestände in Osteuropa sind am stärksten ausgeprägt; von dort aus ziehen die Vögel in kleineren Gruppen in ihre südlichen Winterquartiere.


  1. Schwarzstorch kehrt nach neun Jahren in die Schweiz zurück
  2. Schwarzstorch – Natur- und Tierpark Goldau
  3. Exkursion ins Neeracherried – BirdLife Zürich

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Schwarzstorch
Ganz anders als der Weisstorch brütet der Schwarzstorch als scheuer Einzelgänger in naturnahen, ungestörten und weitläufigen Laub- und Mischwäldern. Selbst auf dem Zug vergesellschaften sich die beiden Arten nur gelegentlich. Der Schwarzstorch ist weniger abhängig von thermischen Aufwinden und überquert die Alpen und grössere Seen häufiger. Die Vögel werden bei uns hauptsächlich im Herbst durchziehend gesehen, nur gelegentlich rasten sie auch. Am ehesten sind sie an topografischen Hindernissen und Gebirgszügen zu beobachten, wo sich der Durchzug konzentriert.
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