Der Seidenschwanz: Ein faszinierender Invasionsvogel

Der Seidenschwanz (Bombycilla garrulus) ist ein markanter und geselliger Vogel, der vor allem durch seine gelegentlichen, invasionsartigen Erscheinungen in Mitteleuropa und der Schweiz bekannt ist.

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bombycilla garrulus
  • Größe: ca. 18 cm
  • Gewicht: 56 – 73 g
  • Klasse/Ordnung: Vögel / Sperlingsvögel
  • Familie: Seidenschwänze (Bombycillidae)
  • Heimat: Nordische Wälder und Taiga (Skandinavien, Russland)

Merkmale und Verhalten

  • Erscheinungsbild: Unverkennbar durch einen auffälligen rotbraunen Federschopf (Haube), ein beige gefärbtes Gefieder und eine schwarze Kehle. Die Flügel zeichnen sich durch ein gelb-weißes V-Muster aus.
  • Sozialverhalten: Der Seidenschwanz ist äußerst gesellig und tritt oft in großen Trupps auf.
  • Ernährung: Während der Brutzeit frisst er Insekten (z. B. Stechmücken). Im Winter ernährt er sich fast ausschließlich von Beeren und Früchten (Eberesche, Weißdorn, Schneeball, Misteln, Äpfel).
  • Besonderheit: Er besitzt die seltene Fähigkeit, Schneeflocken im Flug zu fangen, um so seinen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Sein Ruf ist ein charakteristisches, hohes "ssirrr".

Status in der Schweiz

Der Seidenschwanz ist in der Schweiz kein regelmäßiger Brutvogel, sondern ein seltener Wintergast. Sein Erscheinen hängt stark vom Nahrungsangebot in seiner Heimat ab: Bei Ernteausfällen in der Taiga ziehen die Vögel in großen Scharen nach Süden. Beobachtungen in der Schweiz, wie beispielsweise am Klingnauer Stausee, finden daher oft "invasionsartig" statt und sind bei Vogelbeobachtern sehr begehrt. Im Mittelalter wurde das plötzliche Auftauchen der Scharen oft als Unglücksbringer gedeutet.


Weiterführende Informationen

  1. Seidenschwanz – Steckbrief (digitalefolien.ch)
  2. Beobachtungen und Informationen zum Seidenschwanz (Naturzentrum Klingnauer Stausee)
  3. Artenprofil Seidenschwanz (birds-online.ch)

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Seidenschwanz
Durch sein seidiges Gefieder, die schwarze Gesichts- und Kehlzeichnung und die auffällige Haube ist der Seidenschwanz in Europa einzigartig. Bei gutem Angebot an Vogelbeeren überwintern die meisten Vögel im nordischen Brutgebiet oder etwas weiter südlich. Bei fehlender Beerennahrung und sehr grossen Beständen unternimmt der Seidenschwanz oft grosse Wanderungen, die bis in den Mittelmeerraum reichen können. Das unvorhersehbare, teilweise massenhafte Auftreten der Vögel galt früher als Vorzeichen für kommende Kriege oder Seuchen. Daher wurde die Art seit der grossen Pest um 1350 Pestvogel genannt, seit dem Dreissigjährigen Krieg auch Kriegsvogel .
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