Klassiker der Nouvelle Vague: „Sie küssten und sie schlugen ihn“
Der Film „Sie küssten und sie schlugen ihn“ (Originaltitel: Les quatre cents coups) aus dem Jahr 1959 ist das Regiedebüt von François Truffaut und gilt als eines der bedeutendsten Werke der französischen Nouvelle Vague.
Hintergrund und Bedeutung
Der Film markierte den Beginn einer neuen Filmbewegung und machte die Hauptfigur Antoine Doinel, gespielt von Jean-Pierre Léaud, zu einer Ikone des Weltkinos. Truffaut widmete dieser Figur im Laufe der folgenden zwanzig Jahre vier weitere Spielfilme.
Obwohl der deutsche Verleihtitel des Films oft als „blöd“ oder als unglückliche Interpretation des französischen Originaltitels kritisiert wurde – welcher sich auf die Redewendung „les quatre cents coups faire“ (etwa: „alle möglichen Dummheiten anstellen“ oder ein Leben voller Exzesse führen) bezieht –, bleibt das Werk ein fester Bestandteil des europäischen Programmkino-Erbes.
Rezeption in der Schweiz und im deutschsprachigen Raum
Auch in der Schweiz und im angrenzenden deutschsprachigen Raum wird der Film regelmäßig in Archiven, Kommunalen Kinos und Arthouse-Plattformen gewürdigt. Er wird häufig in Kontexten gezeigt, die sich abseits des Hollywood-Mainstreams bewegen und filmhistorisch relevante Werke beleuchten.
Truffaut selbst legte bei seinen Filmtiteln großen Wert darauf, dass diese keine fertige Interpretation des Werks vorgaben, weshalb die deutsche Übersetzung bei Kennern des französischen Kinos regelmäßig für Diskussionen sorgt.
Die Antoine-Doinel-Reihe (Auswahl)
- Sie küssten und sie schlugen ihn (1959)
- Geraubte Küsse (1968)
- Tisch und Bett (1970)
- Liebe auf der Flucht (1979)
- Urs Graf: Film und Medien – Hintergründe zu «Les quatre cents coups»
- ARTHAUS: François Truffaut – Leben und Werk
- Artikeldienst Online: François Truffaut – Homo Cinematicus
Vielleicht auch interessant
War das hilfreich?

