Soufrière Hills Vulkan

Der Soufrière Hills Vulkan – Ein Gigant im Schatten der Karibik

Der lange Schlaf und das jähe Erwachen

Der Soufrière Hills Vulkan auf der karibischen Insel Montserrat gilt als einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane der Kleinen Antillen. Nach rund 400 Jahren relativer Ruhe erwachte er im Juli 1995 plötzlich aus seinem Dornröschenschlaf. Seit fast 30 Jahren prägt er das Leben der Inselbewohner – mit verheerenden Ausbrüchen, pyroklastischen Strömen und einer dramatisch veränderten Landschaft.

Die verheerenden Ausbrüche

Der folgenschwerste Ausbruch ereignete sich im August 1997. Ein gewaltiger pyroklastischer Strom aus über 400 °C heissem Gas, Asche und glühendem Gestein zerstörte die Hauptstadt Plymouth vollständig. Die Stadt ist bis heute unbewohnbar und liegt unter einer meterdicken Schicht aus Vulkanmaterial begraben. Teile der ehemaligen Küstenlinie sind um bis zu 100 Meter ins Meer vorgeschoben worden. Von den einst dreistöckigen Gebäuden ragen oft nur noch die obersten Etagen aus der Asche.

Der Vulkan bildet regelmässig einen Lavadom, der mehrmals hunderte von Metern anwuchs, um dann kollabierend gewaltige Glutwolken zu erzeugen. Bis heute gilt ein grosser Teil des Südens Montserrats als Sperrzone. Ein Umkreis von 10 Seemeilen um den Vulkan ist für die Schifffahrt verboten, und über Seefunk werden mehrmals täglich aktuelle Gefahrenmeldungen durchgegeben.

Aktueller Stand

Der Soufrière Hills ist weiterhin aktiv. Immer wieder steigen Schwefelwölkchen aus dem Krater auf. Die vulkanische Aktivität hat die Insel nachhaltig verändert: Zwei Drittel der ehemaligen Bevölkerung verliessen Montserrat nach den Ausbrüchen. Viele Montserratianer leben heute in Grossbritannien oder anderswo in der Karibik.

Bezug zur Schweiz

Mehrere Schweizer Organisationen und Reisende haben sich intensiv mit dem Schicksal Montserrats auseinandergesetzt. Die Entwicklungsorganisation Alliance Sud berichtet in ihrem Magazin eindrücklich vom Leben «Im Schatten des Vulkans» und thematisiert die langfristigen Folgen für die Bevölkerung. Auch Schweizer Segler und Weltumsegler, darunter die Basler Crew der SY Shiva, besuchen regelmässig die Region der Windward Islands und berichten von den aktiven und erloschenen Vulkanen der Karibik. In der Schweiz selbst sind Vulkane vor allem als faszinierendes Feuerwerk bekannt – die beliebten «Vulkan»-Feuerwerkskörper erinnern optisch an die Naturgewalt, die auf Montserrat bittere Realität ist.

  1. Im Schatten des Vulkans – Alliance Sud
    Sehr guter, aktueller Erfahrungsbericht mit starken Bildern aus Montserrat.

  2. Im BONSAI-Camper unterwegs – Montserrat
    Detaillierter Reise- und Hintergrundbericht eines Schweizers zur aktuellen Situation auf der Insel.

  3. Windward Islands – Erloschene und aktive Vulkane (SY Shiva)
    Moderner Reisebericht Schweizer Segler mit Fokus auf den Soufrière-Vulkan von Saint Vincent und die regionale vulkanische Aktivität.

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Vulkane
Soufrière Hills Vulkan
LageMontserrat
Höhe1'050 m
Der Schichtvulkan Soufrière Hills ist mit einer Höhe von derzeit ungefähr 1050 m der größte Vulkan auf der Karibikinsel Montserrat. Geowissenschaftler gehen für die Zeit vor der Besiedlung der Insel durch Europäer von mehreren Eruptionsphasen aus, beispielsweise vor rund 400 sowie vor etwa 4500 Jahren. In historischer Zeit war der Vulkan nicht aktiv, immer wiederkehrende leichte Erdbeben und Fumarolen zeigten jedoch an, dass er keineswegs erloschen war. Aufgrund der vulkanischen Aktivität ab 1995 (Wachstum und anschließender Kollaps von Lavadomen) variiert die Höhe des Berges seitdem beträchtlich zwischen 915 m (Gipfel des Chances Peak) und 1150 m (Höhe des Lavadoms vor dem Ausbruch von 2010).
Soufrière Hills
KImehr über Soufrière Hills
Quelle: Wikipedia