Spitzmaulnashorn
Das Spitzmaulnashorn – Vom Aussterben bedroht und ein Erfolg der Zürcher Zucht
Merkmale und Biologie
Das Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis), auch Schwarzes Nashorn oder Hook-lipped rhinoceros genannt, ist die kleinere der beiden afrikanischen Nashornarten. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 350 cm, eine Schulterhöhe von etwa 160 cm und ein Gewicht von 800–1.400 kg. Im Gegensatz zum Breitmaulnashorn besitzt es eine charakteristische fingerförmige, spitze Oberlippe, mit der es Blätter und Zweige von Büschen zupft. Die Haut ist fast vollständig unbehaart, lediglich an Ohren, Augenlidern und der Schwanzspitze finden sich Haare. Beide Hörner sind beim Spitzmaulnashorn etwa gleich lang.
Lebensraum und Verbreitung
Ursprünglich war das Spitzmaulnashorn in weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara verbreitet. Heute ist es in grossen Gebieten ausgerottet. Die verbliebenen Populationen leben vor allem in Schutzgebieten in Südafrika, Namibia, Kenia, Tansania und Ruanda. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art weiterhin als vom Aussterben bedroht (critically endangered) ein. In Namibia wurden 2022 nur noch 87 Spitzmaulnashörner gezählt – ein dramatischer Rückgang, hauptsächlich verursacht durch Wilderei wegen der Hörner.
Bedrohung und Schutz
Die massive Wilderei für den asiatischen Markt hat die Bestände dramatisch dezimiert. Im Vergleich zum Breitmaulnashorn, das hauptsächlich Gras frisst und weniger stark bedroht ist, ist das Spitzmaulnashorn akut vom Aussterben bedroht. Internationale Zuchtprogramme wie das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) spielen eine wichtige Rolle beim Erhalt der Art.
Verbindung zur Schweiz
Der Zoo Zürich hat sich über Jahrzehnte stark für die Erhaltung des Spitzmaulnashorns engagiert. Das im Zoo geborene Östliche Spitzmaulnashorn Olmoti wurde vor sieben Jahren in den Akagera-Nationalpark in Ruanda ausgewildert. Es hat sich dort erfolgreich in die Wildnis eingegliedert – ein grosser Erfolg des Zürcher Engagements. Weil der Zoo Zürich das Afrikahaus zum Australienhaus umbaute, gab er die Nashornhaltung vorübergehend auf und konzentriert sich nun auf die neue Lewa Savanne.
Wissenswertes
- Das Spitzmaulnashorn ist das zweitgrösste landlebende Säugetier Afrikas nach dem Breitmaulnashorn.
- Es hat deutlich mehr Hautfalten an den Flanken als sein Verwandter.
- Die englische Bezeichnung „Black Rhino“ hat nichts mit der tatsächlichen Farbe zu tun (beide Arten sind grau).
Beste 3 Links
- Ausgewildertes Spitzmaulnashorn aus dem Zoo Zürich – Bericht über den erfolgreichen Auswilderungserfolg von Olmoti in Ruanda
- Ostafrikanisches Spitzmaulnashorn – Ausführliche Artbeschreibung – Detaillierte biologische Informationen zur Art
- GocheGanas – Nashörner in Namibia – Aktuelle Bestandszahlen und Vergleich zwischen Spitz- und Breitmaulnashorn
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