Stabile Angina pectoris: Ursachen, Symptome und Management

Die stabile Angina pectoris (lateinisch für „Brustenge“) ist ein zentrales Symptom der chronischen koronaren Herzkrankheit (KHK). Sie tritt auf, wenn der Herzmuskel bei Belastung nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird, da die Herzkranzgefäße durch arteriosklerotische Plaques verengt sind.

Charakteristika und Symptome

  • Reproduzierbarkeit: Die Beschwerden treten bei einer konstanten Belastungsschwelle auf (z. B. nach dem Treppensteigen) und sind somit vorhersagbar.
  • Beschwerdebild: Patienten berichten häufig über einen Druck hinter dem Brustbein, ein Engegefühl, Atemnot oder ein dumpfes Ziehen. Bei Frauen können die Schmerzen brennend sein und in den Rücken, die Schultern, Arme oder den Kiefer ausstrahlen.
  • Reversibilität: Ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal zum Herzinfarkt ist, dass die Beschwerden in der Regel nach wenigen Minuten durch körperliche Ruhe oder die Einnahme von Nitro-Präparaten vollständig abklingen.

Diagnostik

  • Anamnese: Da die Symptome bei der stabilen Form berechenbar sind, führt die klinische Untersuchung oft bereits zu einer hohen diagnostischen Sicherheit.
  • EKG: In Ruhe ist das EKG häufig unauffällig, da der Herzmuskel im entspannten Zustand meist noch ausreichend versorgt wird.
  • Kardiologische Betreuung: In Deutschland wird Patienten empfohlen, mindestens einmal jährlich einen Kardiologen für eine Kontrolle aufzusuchen.

Therapie und Risikomanagement

Das Ziel der Behandlung ist die Reduktion von Anfällen und die Verbesserung der Langzeitprognose:

  • Lebensstil: Behandlung der Faktoren, die zur Arteriosklerose führen (z. B. Nikotinverzicht, Blutdruckkontrolle).
  • Medikation: Einstellung von Risikofaktoren wie dem LDL-Cholesterin. Bei KHK-Patienten sollte dieser Wert unter 100 mg/dl, bei zusätzlichen Risikofaktoren unter 70 mg/dl liegen.
  • Belastungssteuerung: Körperliche Schonung bei auftretenden Symptomen zur Senkung des Sauerstoffbedarfs des Herzens.

Klassifikation

In Deutschland erfolgt die Einteilung meist nach den Kriterien der Canadian Cardiovascular Society (CCS):

  • CCS I: Keine Angina pectoris bei normaler körperlicher Belastung.
  • CCS IV: Angina pectoris bereits in Ruhe.

Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Cardiopraxis: Stabile Angina pectoris – Prognose und Symptome
  2. Klinikum Bochum: Medizinische Einordnung der stabilen Angina pectoris
  3. Ratgeber Herzinsuffizienz: Ursachen und Symptomatik
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