Stechpalmen Giftpflanze

Stechpalme: Die giftige Schönheit mit stacheligen Blättern

Die Stechpalme (Ilex aquifolium), auch Europäische Stechpalme genannt, ist eine immergrüne Pflanze, die in der Schweiz heimisch ist und besonders in Wäldern sowie als Heckenpflanze geschätzt wird. Im Jahr 2021 wurde sie zum Baum des Jahres gewählt. Obwohl sie als Zierpflanze und Sichtschutz sehr beliebt ist, handelt es sich bei der Stechpalme um eine Giftpflanze, die bei unsachgemässem Umgang gesundheitliche Risiken birgt.

Merkmale und Vorkommen in der Schweiz

Die Stechpalme zeichnet sich durch ledrig-glänzende, dunkelgrüne Blätter mit charakteristischen spitzen Dornen aus. Besonders die unteren Blätter sind stark stachelig – je höher die Pflanze wächst, desto runder und dornenloser werden die Blätter (ein Schutzmechanismus gegen Verbiss). Von Mai bis Juni blühen die weissen, honigduftenden Blüten, die bei Bienen und Wildbienen sehr beliebt sind. Ab Oktober bilden weibliche Pflanzen leuchtend rote Beeren, die bis ins Frühjahr halten.

In der Schweiz wächst die Stechpalme wild in Laub- und Mischwäldern, besonders in milden Lagen. Sie steht unter Naturschutz und darf nicht wild entnommen werden. Sie erreicht als Strauch meist 2–5 Meter, als Baum bis zu 10–15 Meter Höhe.

Giftigkeit

Alle Teile der Stechpalme – insbesondere die Beeren und die Blätter – sind giftig. Der Verzehr von Beeren kann bei Kindern und Erwachsenen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und starken Bauchschmerzen führen. In grösseren Mengen sind die enthaltenen Saponine und Alkaloide auch für Hunde und Katzen gefährlich. Die Blätter sind zwar weniger giftig, können aber durch die scharfen Dornen Verletzungen verursachen. Bei der Pflege von Stechpalmen-Hecken in der Schweiz wird daher das Tragen von Handschuhen dringend empfohlen.

Verwendung als Heckenpflanze und Biodiversitätsförderer

Trotz ihrer Giftigkeit ist die Stechpalme eine der wertvollsten Gartenpflanzen der Schweiz:

  • Undurchdringliche Hecke dank der stacheligen Blätter (guter Einbruchschutz)
  • Winterfutter für Vögel: Die roten Beeren sind besonders für Amseln, Drosseln und andere Standvögel lebenswichtig bei Schnee
  • Bienenweide im Sommer
  • Sehr gute Schnittverträglichkeit – kann auch im Sommer geschnitten werden
  • Kann das ganze Jahr gepflanzt werden

Neben der einheimischen Ilex aquifolium erfreut sich vor allem die Japanische Stechpalme (Ilex crenata) grosser Beliebtheit. Sie hat kleinere, weichere, buchsbaumähnliche Blätter, ist ebenfalls immergrün und winterhart und wird häufig als Buchsbaum-Ersatz verwendet, da sie nicht vom Buchsbaum-Pilz befallen wird.

Historische und heilende Bedeutung

Früher wurde die Stechpalme von Kräuterkundigen wie Pfarrer Johann Künzle als Grippemittel und in Erkältungstees verwendet. Die Zweige dienten traditionell als Weihnachts- und Osterdekoration. Der Name „Stechpalme“ leitet sich vom Brauch ab, an Palmsonntag Palmwedel mit Stechpalmenzweigen zu segnen.

Wichtig: Die Stechpalme ist trotz ihrer heilenden Tradition in der Volksmedizin heute als Giftpflanze einzustufen. Eine Selbstmedikation wird nicht empfohlen.

  1. Die Stechpalme - ein Biodiversitäts-Paradies – Sehr guter Schweizer Artikel über ökologischen Wert
  2. Die Stechpalme - Heilpflanze der alten Kräuterkundigen – Ausführliche Infos zur Tradition und Heilwirkung in der Schweiz
  3. Baum des Jahres 2021 - Stechpalme – Schöner Schweizer Beitrag mit Fokus auf Biodiversität und Vögel

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Giftpflanzen
Stechpalmen
Einstufungsehr giftig
Giftige TeileBlätter, Beeren
WirkstoffeRutin, Ursolsäure, Menisdaurin, Ilicin, Triterpene, Saponine
FolgenÜbelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Lähmungen, Nierenschäden, Durchfall, Magenentzündung, Schläfrigkeit
Stechpalmen
KImehr über Stechpalmen
Quelle: Wikipedia