Der Storglomvassdamm: Ein technisches Meisterwerk der norwegischen Wasserkraft

Der Storglomvassdamm ist das Herzstück des Svartisen-Wasserkraftwerks in Norwegen. Er ist nicht nur einer der größten Staudämme Skandinaviens, sondern auch ein herausragendes Beispiel für moderne Ingenieurskunst im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Technische Eckdaten

  • Standort: Meløy, Provinz Nordland, Norwegen.
  • Dammtyp: Steinschüttdamm mit einer Kerndichtung aus Asphaltbeton (einer der weltweit größten seiner Art).
  • Höhe: 125 Meter.
  • Länge: ca. 820 Meter.
  • Stausee: Der Storglomvatnet ist der Wasserspeicher mit dem größten Energieinhalt in Norwegen.

Vergleich zur Schweiz: Wasserkraft als verbindendes Element

Obwohl der Storglomvassdamm in der arktischen Region Norwegens liegt, gibt es spannende Parallelen zur Schweiz:

  1. Topographie & Speicherung: Genau wie die Schweiz nutzt Norwegen seine gebirgige Topographie und die natürlichen Gletscherrückzüge, um Wasser in hochgelegenen Reservoirs zu speichern. Der Storglomvatnet dient als "Batterie" für das Stromnetz, ähnlich wie die großen Speicherseen im Wallis oder im Kanton Graubünden (z. B. Grande Dixence).
  2. Technologietransfer: Die Schweiz und Norwegen stehen in einem stetigen Austausch über die Sicherheit und Instandhaltung von Staudämmen. Während die Schweiz aufgrund der hohen Siedlungsdichte unterhalb von Staumauern einen besonderen Fokus auf die Erdbebensicherheit legt, liegt der Fokus in Norwegen beim Storglomvassdamm auf der extremen Frostbeständigkeit und der Dichtungstechnik bei arktischen Temperaturen.
  3. Energiewende: Beide Länder gelten als „Wasserschlösser“ Europas. Während die Schweiz den Ausbau der alpinen Speicherseen für die Netzstabilität im Winter vorantreibt, dient der Storglomvassdamm dazu, die hohe Volatilität der Windenergie in Nordeuropa auszugleichen.

Bedeutung für das Stromnetz

Der Stausee ermöglicht eine installierte Leistung von ca. 600 MW im Svartisen-Kraftwerk. Durch das enorme Fassungsvermögen kann das Kraftwerk flexibel auf Preisschwankungen im europäischen Strommarkt reagieren – ein Aspekt, der durch die geplanten und bestehenden Seekabelverbindungen (Interkonnektoren) auch für den Schweizer Stromhandel von indirekter Relevanz ist.


  1. Statkraft: Svartisen Wasserkraftwerk – Offizielle Projektseite des Betreibers mit technischen Details.
  2. NVE Atlas (Norwegische Wasserbehörde) – Das interaktive Kartenportal für norwegische Staudämme und hydrologische Daten.
  3. International Hydropower Association (IHA) - Case Studies – Vergleichsplattform, die oft technische Parallelen zwischen norwegischen und alpinen (Schweizer) Projekten zieht.

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