Syrischer Braunbär Wildtier
Syrischer Braunbär – Das grösste Landraubtier der Schweiz im Porträt
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ursus arctos syriacus
- Grösse: 170–220 cm Körperlänge, Schulterhöhe bis ca. 130 cm
- Gewicht: Männchen 150–250 kg (in Gefangenschaft teilweise deutlich schwerer)
- Besonderheit: Kleiner und heller gefärbt als der europäische Braunbär
- Ernährung: Allesfresser mit hohem pflanzlichem Anteil (Gräser, Früchte, Nüsse, Beeren, Honig, Aas)
- Lebensraum: Ursprünglich lichte Laub- und Nadelwälder im Nahen Osten
Der Syrische Braunbär in der Schweiz
Obwohl der Syrische Braunbär (Ursus arctos syriacus) ursprünglich im Nahen Osten beheimatet ist, wird er in der Schweiz als stellvertretende Unterart für den einheimischen Europäischen Braunbären gehalten. In der freien Wildbahn gilt die Art als stark vom Aussterben bedroht.
In der Schweiz wurde der letzte einheimische Braunbär im Jahr 1904 in Graubünden geschossen. Fast 100 Jahre blieb das Land bärenfrei. Seit 2005 wandern jedoch wieder einzelne Braunbären (meist junge Männchen) aus dem italienischen Trentino natürlich in die Schweiz ein – vor allem ins Engadin und ins Wallis.
Der Syrische Braunbär ist eng mit dem früher in der Schweiz heimischen Braunbären verwandt. Deshalb dient er in Schweizer Wildtierparks als Botschafter für das grosse Raubtier und die Rückkehr der Bären in die Alpen.
Haltung in der Schweiz
Mehrere zoologische Einrichtungen halten Syrische Braunbären:
- Natur- und Tierpark Goldau – einer der wichtigsten Halter von Ursus arctos syriacus in der Schweiz. Besucher können die Bären dort aus nächster Nähe beobachten. Der Park bietet zudem Patenschaften für die Tiere an.
- Wildnispark Zürich Langenberg – hält Braunbären (teilweise syrischer Abstammung) und nimmt am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EAZA EEP) teil. Im Januar 2023 feierte ein männlicher Braunbär dort seinen 30. Geburtstag.
Biologie und Verhalten
Braunbären sind hochintelligente Tiere mit ausgeprägter Neugier und Lernfähigkeit. Ihre Sinne, besonders Nase und Gehör, sind hervorragend entwickelt. Im Winter halten sie eine monatelange Winterruhe, während der sie weder fressen noch trinken. Die Chance, einem Bären in der Natur zu begegnen, bleibt selbst in besiedelten Gebieten sehr gering.
Ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Bär in der Schweiz ist möglich, wenn die Bevölkerung Toleranz zeigt und über richtiges Verhalten in Bärengebieten aufgeklärt wird (u. a. keine Nahrungsreste liegen lassen, Hunde anleinen, Lärm machen).
Beste 3 Links
Syrischer Braunbär – Natur- und Tierpark Goldau
Ausführliche Informationen und Patenschaftsmöglichkeit
Die Geschichte des Braunbären in der Schweiz – KORA
Wissenschaftliche Aufarbeitung der Ausrottung und Rückkehr des Bären
Tier des Jahres 2009: Der Braunbär – Pro Natura
Hintergrund, Biologie und Symbolik des Bären für den Naturschutz in der Schweiz
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