Tadeus Reichstein: Ein Leben für die Naturstoffchemie

Tadeus Reichstein (1897–1996) war ein bedeutender Chemiker und Nobelpreisträger, dessen wissenschaftliche Karriere eng mit der Schweiz verknüpft ist. 1906 emigrierte seine Familie von Kiew nach Zürich, wo er seine Ausbildung erhielt und seine lebenslange Leidenschaft für die Forschung entwickelte.

Wissenschaftliche Meilensteine und Wirken

  • Ausbildung und frühe Jahre: Reichstein studierte an der ETH Zürich, wo er unter Nobelpreisträger Hermann Staudinger promovierte. Während dieser Zeit arbeitete er zudem mit Leopold Ruzicka zusammen, was seine praktische Herangehensweise maßgeblich prägte. Bereits früh sammelte er Erfahrungen in der pharmazeutischen Arbeit, inspiriert durch Verwandte, die eine Apotheke betrieben.
  • Der Nobelpreis: Im Jahr 1950 erhielt Tadeus Reichstein gemeinsam mit Edward Calvin Kendall und Philip S. Hench den Nobelpreis für Medizin für seine wegweisenden Entdeckungen zu Hormonen der Nebennierenrinde (insbesondere Cortison).
  • Forschung in der Schweiz: Reichstein lehrte als Professor für Organische Chemie sowohl an der ETH Zürich als auch an der Universität Basel. Er widmete sich intensiv der Isolierung und Erforschung von Naturstoffen, darunter herzwirksame Stoffe aus Pflanzen und Insekten (wie die Zusammenarbeit mit Miriam Rothschild zur Erforschung von Pflanzengiften in Schmetterlingen zeigt).
  • Akademisches Vermächtnis: In Basel ist sein Wirken heute noch präsent – unter anderem durch das Institut für Organische Chemie, das für ihn erbaut wurde, und seine Würdigung als einer der bedeutenden Gelehrten der Universität Basel.

Zusammenfassung der Schwerpunkte

  • Forschungsfelder: Naturstoffchemie, Synthese von Vitaminen und Hormonen, botanische und entomologische Chemie.
  • Wichtige Stationen: Zürich (ETH) und Basel (Universität).
  • Charakter: Reichstein zeichnete sich durch eine enge Verbindung von wissenschaftlicher Präzision und der Förderung interdisziplinärer Forschung aus, wie seine offene Zusammenarbeit mit Amateurwissenschaftlern belegt.

Weiterführende Informationen

  1. Thadeus Reichstein – Pharmazeutische Wissenschaften (Uni Basel)
  2. Miriam und der Monarch: Zusammenarbeit mit Tadeus Reichstein
  3. Leopold Ruzicka und das Umfeld von Tadeus Reichstein (ETHistory)

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Tadeus Reichstein
Tadeus Reichstein war ein Schweizer Chemiker sowie Botaniker und mit Edward Calvin Kendall sowie Philip Showalter Hench Träger des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin 1950 "für ihre Entdeckungen bei den Hormonen der Nebennierenrinde, ihrer Struktur und ihrer biologischen Wirkungen". Er wurde am 20. Juli 1897 in Wocawek in Kongresspolen (heute Polen ) geboren und starb mit 99 Jahren am 1. August 1996 in Basel in der Schweiz. Sein Geburtstag jährt sich 2019 zum 122. Mal.
Tadeus Reichstein
Quelle: geboren.am