Tadmor: Eine filmische Aufarbeitung syrischer Gefängnisrealität

Der Dokumentarfilm „Tadmor“ (2016), eine Koproduktion mit Schweizer Beteiligung, ist eine erschütternde Auseinandersetzung mit der Geschichte des berüchtigten syrischen Militärgefängnisses Tadmor (Palmyra).

Hintergrund und Inhalt

Das Gefängnis von Tadmor galt als eines der grausamsten Haftzentren des Assad-Regimes. Während des libanesischen Bürgerkriegs (1975–1990) wurden dort Hunderte Libanesen inhaftiert, gefoltert und hingerichtet. Der Film dokumentiert die Versuche von acht ehemaligen libanesischen politischen Gefangenen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Der filmische Ansatz

Da die traumatischen Erfahrungen mit Worten allein kaum vermittelbar sind, wählten die Regisseure Monika Borgmann und Lokman Slim einen besonderen dokumentarischen Weg:

  • Nachstellung: Die Überlebenden kehren in einer eigens für den Film nachgebauten Gefängniskulisse an den Ort ihres Leidens zurück.
  • Reenactment: Die ehemaligen Häftlinge spielen die Szenen ihrer Misshandlungen selbst nach, um das Unaussprechliche greifbar zu machen.
  • Zeitzeugenschaft: Neben den nachgestellten Szenen berichten die Männer in direkten Interviews von ihren Erlebnissen, der Folter und ihrem Überlebenswillen.

Schweizer Bezug

Die Produktion unterstreicht die Rolle der Schweiz bei der filmischen Aufarbeitung politischer Konflikte und Menschenrechtsverletzungen:

  • Produktion: Der Film entstand unter Beteiligung von Golden Egg Production (Genf).
  • Präsentation: „Tadmor“ wurde in der Schweiz mehrfach gezeigt, unter anderem im Rahmen der Rencontres de Genève - Histoire et Cité in den Cinémas du Grütli (Genf).
  • Förderung: Die Unterstützung durch Cinéforom und Swiss Films verdeutlicht die Relevanz des Werks im Schweizer Filmschaffen.

  1. Cinéforom: Tadmor (Film-Details & Produktionsdaten)
  2. Histoire et Cité: Programmhinweise zur Projektion in Genf
  3. Qantara: Interview mit dem ehemaligen Häftling Bara Sarraj

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Schweizer Filme
Tadmor
Tadmor
France / Switzerland / Lebanon, April 2016
Ein Jahr nach dem syrischen Aufstand von 2012 beschliessen acht libanesische politische Gefangene, ihr Schweigen zu brechen über die langen Jahre, die sie im Gefängnis von Tadmor (Palmyra) verbrachten, dem schlimmsten Folterkerker des Assad-Regimes. Da Worte allein nicht genügen, um die Grausamkeit, das Leid, die Verachtung und die Angst, die sie überlebten, zu beschreiben, entschliessen sie sich, ihre Qualen gemeinsam noch einmal zu durchleben. Tadmor ist die Geschichte ihres Lebenswillens.
von Monika Borgmann, Lokman Slim
KImehr über Tadmor
Quelle: swissfilms.ch