Talking Soil: Forschung, Bodenbiologie und ökologische Zusammenhänge in der Schweiz

Der Begriff „Talking Soil“ (bzw. das Sprechen über den Boden) fungiert als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung, künstlerischer Auseinandersetzung und praktischer Landwirtschaft in der Schweiz. Boden wird hierbei nicht als totes Substrat, sondern als lebendiges, hochkomplexes System verstanden, das durch menschliches Handeln sowohl gefördert als auch zerstört werden kann.

Kernaspekte der Boden-Diskussion in der Schweiz

  • Bodenbiologie und das „Soil Food Web“: Inspiriert durch Expertinnen wie Dr. Elaine Ingham rückt die mikrobielle Vielfalt ins Zentrum. Ein gesunder Boden basiert auf einem aktiven Bodenleben (Pilze, Bakterien), das Nährstoffe verfügbar macht und Pflanzen vor Krankheiten schützt. Die Zerstörung dieser Mikroorganismen durch einseitige Düngung gilt als eines der Hauptprobleme moderner Kultivierung.
  • Design- und Forschungsprojekte: Institutionen wie die ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste) oder die ETH Zürich (SAE Greenhouse Art-Lab) nutzen den Diskurs um den Boden, um technologische Schnittstellen (wie „Digit Soil“) oder künstlerische Reflexionen über ökologische Systeme zu schaffen. Hier verschmilzt Wissenschaft mit „Talking“ (Dialog) und „Thinking“ (Nachdenken).
  • Praktische Bodenfruchtbarkeit: In der schweizerischen Gartenkultur liegt der Fokus auf der organischen Aufwertung. Die Erkenntnis, dass die Pflanze selbst den Boden aufbaut, führt zu einem Umdenken weg von rein chemischen NPK-Düngern hin zu einer regenerativen Bodenpflege.
  • Biodiversität und alpine Zonen: Forschungsgruppen, wie jene der Universität Bern (GMBA), untersuchen die Rolle des Bodens in extremen Höhenlagen. Begriffe wie „Tierra nevada“ verdeutlichen die klimatische und bodenbiologische Differenzierung, die für das Verständnis des Klimawandels essenziell ist.

Die Bedeutung des „Talking“ (Dialogs)

Das „Sprechen über den Boden“ dient als Metapher für den notwendigen Wissenstransfer zwischen Experten, Landwirten und der Gesellschaft. Ob in künstlerischen „Laser Talks“, akademischen Symposien oder beim Austausch im Gemeinschaftsgarten – der Dialog ist die Voraussetzung, um die oft unsichtbaren Prozesse unter unseren Füßen in ein Bewusstsein für nachhaltige Lebenssysteme zu verwandeln.


  1. The Soil Food Web - Manual & Poster – Praxisnahe Ressourcen für das Verständnis von Mikroorganismen im Boden.
  2. SAE Greenhouse Art-Lab (ETH Zürich) – Ein interdisziplinärer Raum für den Diskurs zwischen Wissenschaft, Kunst und Boden-Ökologie.
  3. Graine de Carotte: Vegetable Garden Fertility – Wertvolle Informationen zur praktischen Bodenverbesserung und organischen Fruchtbarkeit.

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Talking Soil
Talking Soil
Switzerland, August 2018
Seit dem Ende des Jugoslawienkrieges treffen sie sich jedes Jahr wieder. Irgendwo in Bosnien und Herzegowina. Der Boden, den sie betreten, ist voller Gefahr. Einer Gefahr, die seit mehr als zwanzig Jahren noch immer das Ziel verfolgt, Menschen zu töten, zu verletzen. Ihr Status als Minensucher wurde vom Staat bis heute nie geklärt. An das Gefühl der ständigen Ungewissheit haben sie sich längst gewöhnt. Nicht aber daran, Arbeiter zu sein ohne Beruf.
von Jan Baumgartner
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Quelle: swissfilms.ch