Technetium (Element 43): Das erste künstliche Element der Menschheit

Technetium (Tc) ist ein faszinierendes chemisches Element mit der Ordnungszahl 43. Es nimmt eine Sonderstellung im Periodensystem ein, da es das erste Element ist, das künstlich hergestellt wurde, bevor es in der Natur nachgewiesen werden konnte.

Eigenschaften und Entstehung

  • Künstlicher Ursprung: Der Name leitet sich vom griechischen Wort „technetos“ (künstlich) ab. Seine Entdeckung im Jahr 1937 durch Emilio Segrè und Carlo Perrier beendete die lange Suche nach der Lücke im Periodensystem, die Dmitri Mendelejew zuvor als „Ekamangan“ vorhergesagt hatte.
  • Natürliches Vorkommen: Auf der Erde kommt Technetium nur in verschwindend geringen Spuren vor. Es entsteht jedoch in Sternen (Roten Riesen), was durch Beobachtungen im Jahr 1952 bestätigt wurde.
  • Chemische Stabilität: Da alle Isotope radioaktiv sind, ist das Element instabil. In der Forschung wird untersucht, wie Bakterien (z. B. Shewanella putrefaciens) durch Reduktion zur Immobilisierung von Technetium in gefährlichen Abfällen beitragen können.

Bedeutung in der Schweiz: Medizin und Entsorgung

In der Schweiz spielt Technetium, insbesondere das Isotop Technetium-99m, eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen:

  • Medizinische Diagnostik: Es wird in der Schweiz intensiv in der Nuklearmedizin für szintigraphische Untersuchungen eingesetzt. Da Technetium-99m eine kurze Halbwertszeit von nur etwa sechs Stunden hat, ist es ideal für bildgebende Verfahren geeignet, um beispielsweise Organfunktionen (wie bei Lungenkrankheiten) zu prüfen.
  • Logistik: Schweizer Spitäler beziehen diese kurzlebigen Isotope über spezialisierte „Technetium-Generatoren“. Diese werden wöchentlich geliefert, in den Kliniken (oder Instituten wie dem Zwilag) genutzt und wieder ausgetauscht.
  • Abfallmanagement: Aufgrund der Radioaktivität ist die Entsorgung und der Umgang damit, auch im Kontext von Kernbrennstäben, ein hochreguliertes Thema. Forscher und Fachbetriebe in der Schweiz befassen sich kontinuierlich mit der sicheren Handhabung und der Transmutation solcher Isotope.
  1. Technetium - Ein künstliches Element macht Karriere im Krankenhaus (Faszination Chemie)
  2. Biochemical Periodic Table - Technetium (Eawag/ETH Zürich)
  3. Zwilag im Wandschrank – Einblick in die Nutzung und Logistik (Lappi.ch)
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Chem. Elemente
Technetium (Tc / 43)
Molmasse 98.9 g mol-1
Elektronegativität / Pauling 1.9
Dichte bei 20° 11.5 g cm-3
Schmelzpunkt 2127 °C
Siedepunkt 4877 °C
Atomradius (Van der Waals) 0.136 nm
Ionenradius k.A.
Isotope k.A.
Standardpotential k.A.
Das 43. Element wurde auf der Grundlage des Periodensystems vorausgesagt. Schon 1925 wurde irrtümlich berichtet, dass es entdeckt wurde. Zu dieser Zeit wurde das Metall "Masurium" genannt. In Wirklichkeit wurde Technitium durch Perrier und Segre 1937 in Italien entdeckt. Technetium wurde in einer Molybdän-Probe gefunden, die mit Deuteronen im Berkeley-Zyclotron beschossen wurde und welche E. Lawrence diesen Forschern schickte.
→ mehr Elemente (Periodensystem)