Übersicht: The Act of Killing – Hintergründe, Rezeption und Bezüge zur Schweiz

Der Dokumentarfilm „The Act of Killing“ (2012) unter der Regie von Joshua Oppenheimer gilt als Meilenstein des modernen Dokumentarfilms. Er beleuchtet die Massaker in Indonesien im Jahr 1965, bei denen über eine halbe Million Menschen – meist Kommunisten und deren Sympathisanten – ermordet wurden.

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Die Protagonisten: Der Film folgt Anwar Congo und seinen Komplizen, ehemaligen Anführern von Todesschwadronen der „Pancasila-Jugend“. In Indonesien werden diese Männer bis heute von Teilen der Gesellschaft als Helden verehrt.
  • Die filmische Methode: Oppenheimer gibt den Tätern Filmequipment an die Hand und lässt sie ihre Taten in Form von fiktiven Filmszenen (Reenactments) nachspielen. Dies führt zu einer verstörenden Konfrontation der Täter mit ihrer eigenen Geschichte und dient als „bewusstseinserweiterndes“ oder zumindest erkenntnisförderndes Format.
  • Kritische Würdigung: Der Film ist aufgrund expliziter Darstellungen von Gewalt nicht für jedes Publikum geeignet, wird aber aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit der Täterpsychologie als cineastisches Erlebnis hoch geschätzt.

Präsenz in der Schweiz

Das Thema fand in der Schweizer Kulturlandschaft durch verschiedene Filmclubs, Festivals und Institutionen Beachtung:

  • Basler Dokumentartage (2015): Der Film wurde als Teil eines speziellen Programms inklusive einer „Director’s Cut“-Fassung präsentiert, wobei der Fokus auf dem Tabubruch und der filmischen Intensität lag.
  • Filmstelle Zürich: Als Plattform für studentisches Kino bot die Filmstelle den Film an, um die Geschichte der indonesischen Massaker, die im Westen lange Zeit kaum präsent war, zu beleuchten.
  • Cineclub del Mendrisiotto: Auch im Tessin wurde der Film gezeigt, um die historische Aufarbeitung der Militärdiktatur von 1965 und das Wirken der paramilitärischen Gruppen einem breiten Publikum näherzubringen.
  • Muzeum Susch: In einem künstlerischen Kontext interpretierte Agata Siniarska das Motiv des „Tötungsaktes“ in ihrer Performance „THE SOFT ACT OF KILLING“, die zwar einen anderen inhaltlichen Fokus hat, jedoch die kulturelle Rezeption des Titels zeigt.

  1. The Act of Killing – Filmstelle (Zürich)
  2. The Act of Killing – Cineclub del Mendrisiotto
  3. Joshua Oppenheimer: The Act of Killing – Basler Dokumentartage

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