Thomas Hobbes: Leben, Philosophie und der Leviathan

Thomas Hobbes (1588–1679) gilt als einer der einflussreichsten Denker der politischen Philosophie. Seine Theorien zur Staatsgewalt und zum Wesen des Menschen prägen den wissenschaftlichen Diskurs bis heute, auch in Schweizer akademischen und politischen Kreisen.

Biografie und Hintergründe

  • Geburt und Herkunft: Hobbes wurde im April 1588 in England geboren. Eine Anekdote besagt, dass seine Mutter aufgrund der Nachricht von der anrückenden spanischen Armada vorzeitig in die Wehen kam, was den Zeitgenossen oft als Symbol für seine lebenslange Faszination für das Thema Krieg und Sicherheit gedeutet wurde.
  • Kernlehre: Hobbes ist vor allem für sein Hauptwerk Leviathan (1651) bekannt. Darin beschreibt er den menschlichen Naturzustand als einen „Krieg aller gegen alle“, in dem das Leben „solitary, poor, nasty, brutish and short“ (einsam, armselig, abscheulich, tierisch und kurz) sei.

Politische Philosophie

  • Der Leviathan als Schutzmacht: Um dem zerstörerischen Naturzustand zu entkommen, schließen Menschen laut Hobbes einen Gesellschaftsvertrag. Sie übertragen ihre Macht an einen Souverän – den „Leviathan“ oder den „sterblichen Gott“. Dieser Souverän (eine Einzelperson oder eine Elite) garantiert durch ein Gewaltmonopol den Frieden und den Schutz der Bürger.
  • Aktualität und Debatte: In der Schweiz wird Hobbes’ Werk regelmäßig in philosophischen und politischen Kontexten diskutiert. So wird er etwa an der Academia Engelberg genutzt, um die Frage nach den Bedingungen für menschliche Kooperation und die Neigung zu Gewalt zu untersuchen. Im Schweizer Theater- und Diskursraum, beispielsweise am Theater Neumarkt, wird Hobbes oft herangezogen, um das fragile Konstrukt der Zivilisation als Bollwerk gegen den Rückfall in archaische Gewaltzustände zu analysieren.
  • Kritik und Abgrenzung: Während Hobbes eine pessimistische Sicht auf die menschliche Natur hat, entwickelten spätere Denker wie John Locke positivere Gegenentwürfe. Auch moderne Kommentatoren, wie etwa im Schweizer Publizistikum (z.B. Robert Nef), nutzen Hobbes’ Begrifflichkeiten, um aktuelle staatliche Machtstrukturen und Krisenmanagement zu hinterfragen.

Bedeutung für die heutige Zeit

Hobbes lehrt, dass Gesellschaft nicht bloß „Anwesenheit von Menschen“ bedeutet, sondern eine bewusste Übereinkunft. Sein Bild des Staates dient als Mahnung, dass Sicherheit und Frieden eine Ordnung erfordern, für die jedes Subjekt ein persönliches Interesse an der Aufrechterhaltung des Staatsmonopols hat.


Empfohlene Ressourcen

  1. Hobbes heute – Volldaneben: Eine kompakte Analyse zur Relevanz von Hobbes’ Staatsverständnis in der heutigen Demokratie.
  2. Jelzin und der Leviathan – Robert Nef: Ein Beitrag aus den Schweizer Monatsheften, der Hobbes’ Theorie auf moderne politische Akteure anwendet.
  3. The Famous Sentence Thomas Hobbes – Robert Anthony: Eine tiefgründige sprachliche und philosophische Untersuchung des berühmten „nasty, brutish and short“-Zitats.

Vielleicht auch interessant


Balthasar Neumann

Bob Marley

Dennis G bor

Edward Doisy

Emmeline Pankhurst

Eugène Delacroix

Eva Strittmatter

Francisco de Goya

Frédéric Passy

Hans Hass

Herbert Kroemer

Hjalmar Branting

Jon Voight

Joschka Fischer

Katja Ebstein

Malu Dreyer

Matthias Schweighöfer

Mstislaw Rostropowitsch

Nick Mason

Peter Green

Phil Jackson

Richard III.

Sidney Poitier

Theodosius I. der Grosse

Tom Selleck
War das hilfreich?
Personen
Thomas Hobbes
Thomas Hobbes war ein bedeutender englischer Mathematiker, politischer Philosoph und Staatstheoretiker, dessen Hauptwerk "Leviathan" (1651) die westliche Vertragstheorie begründete. Er wurde am 5. April 1588 in Westport, Wiltshire in England geboren und starb mit 91 Jahren am 4. Dezember 1679 in Hardwick Hall, Derbyshire. 2019 jährte sich sein Geburtstag das 431. Mal.
Thomas Hobbes
Quelle: geboren.am