Thomas von Aquin: Brückenbauer zwischen Glaube und Vernunft

Thomas von Aquin (ca. 1225–1274) gilt als einer der einflussreichsten Theologen und Philosophen der abendländischen Geschichte. Sein Werk ist geprägt von der Überzeugung, dass sich Glaube und Vernunft nicht ausschließen, sondern gegenseitig ergänzen.

Leben und Wirken

  • Herkunft: Geboren um 1225 auf dem Castello der Grafen von Aquino bei Roccasecca, stammte er aus dem langobardischen Adel.
  • Geistliche Heimat: Als Dominikaner widmete er sich intensiv der akademischen Lehre. Sein Denken zeichnete sich durch die Integration der antiken Philosophie, insbesondere des Aristoteles, in das christliche Weltbild aus.
  • Bedeutung: Er schuf mit der Summa theologica ein monumentales Werk, das zur Grundlage der Scholastik wurde und bis heute theologische sowie philosophische Diskurse prägt.

Kernpunkte seiner Philosophie

  • Einheit von Glaube und Vernunft: Thomas lehrte, dass die Welt sinnvoll geordnet ist (Kosmos statt Chaos) und dass menschliche Vernunft und göttliche Offenbarung eine harmonische Einheit bilden.
  • Ethik des Wesens: Für ihn ist das „Gute“ keine bloße äußere Vorschrift, sondern die Entfaltung des menschlichen Wesens. Sein bekanntes Zitat lautet: „Die Gnade zerstört die Natur nicht, sondern vervollständigt sie.“
  • Dialogfähigkeit: Seine offene Haltung gegenüber verschiedenen philosophischen Strömungen macht ihn auch in der heutigen Zeit ökumenisch anschlussfähig.

Rezeption in der Schweiz

Das Interesse an Thomas von Aquin ist in der Schweiz auch 800 Jahre nach seiner Geburt ungebrochen. Dies zeigt sich in vielfältiger Weise:

  • Akademische und kirchliche Jubiläen: Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums (2025) finden in der Schweiz zahlreiche Kurse und Veranstaltungen statt (z. B. auf der Lernplattform Lernplattformreligion.ch), die sein Werk neu erschließen.
  • Anthroposophische Auseinandersetzung: Auch Institutionen wie das Goetheanum in Dornach setzen sich in Veranstaltungsreihen intensiv mit dem Denken des Heiligen auseinander, etwa in Vorträgen über Rudolf Steiner und seine Lektüre von Thomas von Aquin.
  • Religiöse Vermittlung: Kirchliche Medien und Bildungshäuser (wie Radio Gloria oder verschiedene Jesuiten-Bildungsangebote) fungieren in der Schweiz als Vermittler, um die Aktualität von Thomas von Aquin als „Denker zwischen den Welten“ für ein breites Publikum zugänglich zu machen.

Empfohlene Ressourcen

  1. Radio Gloria: 800 Jahre Thomas von Aquin
  2. Erichs Philosophie-Stübli: Thomas von Aquin
  3. Lernplattform Religion: Kursinformationen zum Jubiläum

Vielleicht auch interessant


Abu Bakr

Ali Khamenei

Alvin E. Roth

Anne Hathaway

Bernd Rosemeyer

Bibiana Steinhaus

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Dag Hammarskjöld

Daphne du Maurier

Emmy von Rhoden

Erling Kagge

Günter Mast

Heinz Günther Konsalik

Henry Vahl

Jon Cryer

Joseph Edward Murray

Joseph Goebbels

Leonard Cohen

Luis Figo

Marcello Mastroianni

Rick Astley

Robert Moog

Tom Clancy

Wilhelm von Finck

Yuan T. Lee
War das hilfreich?
Personen
Thomas von Aquin
Thomas von Aquin war ein heiliggesprochener italienischer Theologe und Philosoph des Mittelalters, der als Hauptvertreter der Scholastik und Begründer der wissenschaftlichen Theologie gilt und mit seiner Verknüpfung von Glaubensfragen mit der rationalen Logik des Aristoteles den katholischen Glauben nachhaltig prägte. Er wurde nach dem damals verwendeten julianischen Kalender um 1225 in Roccasecca bei Aquino in Italien geboren und verstarb mit 49 Jahren am 7. März 1274 im Kloster Fossanova, Priverno. 2019 jährt sich sein Geburtstag das 794. Mal.
Thomas von Aquin
Quelle: geboren.am