Der Tintenfischpilz (Clathrus archeri): Ein faszinierender Einwanderer

Der Tintenfischpilz ist einer der auffälligsten und kuriosesten Pilze in der europäischen Natur. Aufgrund seines exotischen Erscheinungsbildes, das an Meeresbewohner erinnert, zieht er stets die Aufmerksamkeit von Wanderern und Pilzfreunden auf sich.

Herkunft und Ausbreitung

Ursprünglich stammt der Tintenfischpilz aus Ozeanien (Australien, Tasmanien und Neuseeland). Nach Europa wurde er vermutlich um 1913 eingeschleppt (erste Funde in den Vogesen) und hat sich seitdem in Mitteleuropa weit verbreitet. Er gilt als etablierter Neomycet, der sich im Gegensatz zu anderen eingeschleppten Arten nicht nur in Gärten, sondern auch erfolgreich in natürlichen Habitaten ausbreitet.

Biologie und Lebensraum

  • Wachstum: Der Pilz besiedelt humusreiche Waldböden mit Laubstreu, Totholz (als Weißfäulepilz) sowie Wiesen und Weiden.
  • Vorkommen in der Schweiz: Der Tintenfischpilz ist mittlerweile weit verbreitet, insbesondere im Tessin. Er ist sehr anpassungsfähig und steigt in den Alpen bis auf eine Höhe von fast 2000 m ü. M.
  • Entwicklungsstadien: Der Pilz beginnt sein Leben als sogenanntes "Hexenei", ein eiförmiges Gebilde. Aus diesem brechen später die namensgebenden, tentakelartigen Arme hervor.
  • Geruch und Vermehrung: Um Fliegen zur Sporenverbreitung anzulocken, verströmt der Pilz einen intensiven Geruch nach Aas oder moderndem Kadaver. Die schwarzen Sporen befinden sich auf der Innenseite der "Arme".

Wichtige Fakten für Pilzsucher

  • Essbarkeit: Der Tintenfischpilz ist für den Menschen nicht essbar, jedoch nicht giftig. Aufgrund seines unangenehmen Geruchs ist er jedoch für den Verzehr ohnehin völlig unattraktiv.
  • Größe: Die Fruchtkörper erreichen einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern und sterben nach wenigen Tagen wieder ab.
  • Verwechslungsgefahr: Er ist entfernt mit dem Roten Gitterling (Clathrus ruber) verwandt, welcher jedoch netzartig geformt und deutlich seltener anzutreffen ist.

Beste Informationsquellen

  1. AWL.ch – Tintenfischpilz (Clathrus archeri)
  2. SwissFungi – Informationen zu Neomyceten
  3. Fungiversum – Artporträt Clathrus archeri

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