Trauerseeschwalbe Vogel
Die Trauerseeschwalbe – Elegante Luftakrobatin der Schweizer Seen
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Chlidonias niger
- Größe: 22–26 cm
- Gewicht: 60–86 g
- Familie: Seeschwalben (Laridae)
Die Trauerseeschwalbe ist eine der schönsten und zugleich anspruchsvollsten Seeschwalbenarten Mitteleuropas. Ihr Name bezieht sich auf das tiefschwarze Gefieder von Kopf, Brust und Bauch im Prachtkleid, das einen starken Kontrast zum hellgrauen Rücken und den weißen Unterschwanzdecken bildet.
Merkmale und Verwechslungsgefahr
Im Prachtkleid ist die Art unverwechselbar: schwarzer Kopf und Körper, hellgraue Flügel und ein auffälliger, leuchtend roter Schnabel. Im Schlichtkleid (Herbst/Winter) wirkt sie deutlich heller und kann leicht mit der Weißbartseeschwalbe verwechselt werden. Im Gegensatz zu dieser hat die Trauerseeschwalbe jedoch einen dünneren, schwarzen Schnabel und meist noch erkennbare dunkle Flecken an den Flanken.
Ihr Ruf ist charakteristisch: ein kurzes, knarrendes „Kriek-kriek“ oder ein schrilles „Kjäht“.
Lebensraum und Verhalten
Trauerseeschwalben sind Koloniebrüter und bevorzugen flache, vegetationsreiche Binnenseen und Altarme. Sie brüten auf schwimmenden Wasserpflanzen (vor allem Wasserschlauch und Laichkräutern), was sie besonders anfällig für Wasserspiegelschwankungen und Störungen macht.
Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Libellen, Großschmetterlingen und anderen Insekten, die sie in elegantem Rüttel- und Gleitflug über dem Wasser oder über Feuchtwiesen fangen. Im Zug können sie auch kleine Fische erbeuten.
Situation in der Schweiz
In der Schweiz war die Trauerseeschwalbe bis ins 19. Jahrhundert noch ein regelmässiger Brutvogel an geeigneten Seen. Heute ist sie als Brutvogel ausgestorben. Gelegentliche Brutversuche gibt es jedoch noch vereinzelt. Im Frühling und Herbst ist sie als Durchzügler vor allem am Bodensee, am Neuenburgersee und am Genfersee zu beobachten.
Besonders bekannt ist die Beobachtung von über 50 Trauerseeschwalben zusammen mit Flussseeschwalben, einer Weissflügelseeschwalbe und Weissbartseeschwalben in der Fussacher Bucht (Bodensee) im Mai 2025 – ein ornithologischer Höhepunkt für die Region.
Bedrohung und Schutz
Die Hauptgefahren sind:
- Verlust geeigneter Brutflächen durch Verlandung und Schilfverdrängung
- Schwankende Wasserstände
- Störung der Kolonien
- Rückgang der Insektenpopulationen
In Deutschland und den Niederlanden gibt es noch grössere Brutkolonien (z. B. Pritzerber See, Mecklenburg-Vorpommern, Bienener Altrhein). Die Art ist in weiten Teilen Mitteleuropas stark rückläufig.
Beste Beobachtungstipps in der Schweiz
Die besten Chancen auf eine Beobachtung bietet der Bodensee (Fussacher Bucht, Rohrspitz, Alten Rhein) im Mai und im Spätsommer/Herbst. Mit dem Velo entlang des Rheindamms und der Lagunen lassen sich die eleganten Jäger oft hervorragend beobachten.
Die 3 besten weiterführenden Links:
- Vögelitour: mit Vögeli den Vögeli nach! – Bodensee Beobachtung 2025
- Trauerseeschwalbe – Ausführlicher Steckbrief und Schweiz-Bezug
- Trauerseeschwalbe – Steckbrief, Bilder und Verbreitung
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