Der Tunnel de Champel: Herzstück der Genfer CEVA-Bahnverbindung
Der Tunnel de Champel ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt im Kanton Genf, das eine zentrale Rolle in der grenzüberschreitenden Bahnverbindung CEVA (Cornavin – Eaux-Vives – Annemasse) spielt. Er verbindet das Genfer Stadtzentrum mit der französischen Region Annemasse und verbessert die Mobilität im dicht besiedelten urbanen Raum massgeblich.
Technische Eckdaten und Herausforderungen
- Gesamtlänge: 1'631 Meter.
- Lage: Verläuft zwischen dem Fluss Arve und dem Bahnhof Eaux-Vives, direkt unterhalb des dicht bewohnten Quartiers Champel.
- Bauweise: Der Vortrieb erfolgte überwiegend im Lockergestein. Aufgrund der geringen Firstüberlagerung (10 bis 30 Meter) und der unmittelbar darüberliegenden Gebäudefundamente war ein extrem vorsichtiges Vorgehen erforderlich.
- Sicherungstechnik: Um Setzungen zu vermeiden, wurde ein Rohrschirm (eine Art Schutzdach aus Rohren) eingesetzt, der mit einem Zementgemisch injiziert wurde, um das Erdreich zu stabilisieren.
- Ausbruchquerschnitt: Dieser variiert zwischen 105 und 135 m².
- Besonderheit: In den Tunnel integriert ist die Haltestelle Champel-Hôpital, die auf einer Länge von rund 200 Metern in offener Bauweise erstellt wurde.
Beteiligte Akteure
Die Realisierung des Projekts erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Schweizer Ingenieurbüros und Bauunternehmen. Die B+S AG übernahm das Gesamtmandat für die Projektierung und Bauleitung. Das Unternehmen Marti Tunnel war massgeblich am Bau des zentralen Tunnelabschnitts beteiligt, wobei spezialisierte Firmen wie J.-C.S. Sciage SA zudem an anspruchsvollen Rückbau- und Betonarbeiten (u.a. Schlitzwände) mitwirkten.
Bedeutung für die Schweiz
Das Projekt gilt als Meisterleistung des innerstädtischen Tunnelbaus. Durch die Unterquerung eines hochverdichteten Stadtgebiets und die enge Taktung bei der Sicherung des Gewölbes konnten technische Risiken minimiert werden. Mit der Eröffnung der CEVA-Linie wurde eine effiziente S-Bahn-Verbindung geschaffen, die Genf eng an den regionalen und grenzüberschreitenden Bahnverkehr anbindet.
- B+S AG: Projektbeschrieb CEVA Tunnel de Champel
- Marti Tunnel: Tunnelbau im urbanen Raum (Referenzobjekt)
- ETH Zürich: Tunnel de Champel – Herausforderungen in der Stadt Genf
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