Der Uglitscher Stausee: Ein Bindeglied der russischen Wasserstraßen

Der Uglitscher Stausee ist ein bedeutendes künstliches Gewässer im Verlauf der oberen Wolga in Russland. Er entstand im Zuge groß angelegter wasserbaulicher Projekte des 20. Jahrhunderts und ist ein zentraler Bestandteil der Wolga-Kama-Kaskade.

Eckdaten und historische Bedeutung

  • Bauzeit: Die Stauanlage und das zugehörige Wasserkraftwerk wurden in den Jahren 1937 bis 1940 errichtet.
  • Volumen: Der Stausee umfasst ein Volumen von etwa 1,2 bis 1,3 Kubikkilometern (km³).
  • Zweck: Die Hauptaufgabe der Anlage besteht darin, die Obere Wolga für seegehende Schiffe schiffbar zu machen, wodurch sie eine entscheidende Rolle in der russischen Binnenschifffahrt einnimmt.
  • Historische Opfer: Die Schaffung des Reservoirs war mit erheblichen Verlusten verbunden. Im Jahr 1940 wurden durch die Flutung historisch bedeutsame Stätten, darunter das Dreifaltigkeitskloster des Makars von Twer sowie das Paisius-Kloster gegenüber der Stadt Uglitsch, unter Wasser gesetzt.

Touristische Bedeutung und Flusskreuzfahrten

Der Uglitscher Stausee ist ein klassischer Stopp auf russischen Flusskreuzfahrten. Viele Passagiere reisen von Moskau aus über den Moskau-Wolga-Kanal an.

  • Uglitsch: Die Stadt ist berühmt für ihren Kreml und die orthodoxe Demetrios-Blut-Kirche.
  • Route: Die Schiffe nutzen das Kanalsystem, um von Moskau über die Wolga, den Rybinsker Stausee und weiter in Richtung Onegasee, Ladogasee und St. Petersburg zu gelangen. Diese Streckenabschnitte werden oft als atmosphärische Reiseziele beschrieben, die Reisende in die russische Geschichte und Literatur (etwa die Werke von Maxim Gorki) eintauchen lassen.

Bezug zur Schweiz

Obwohl der Uglitscher Stausee geografisch weit von der Schweiz entfernt liegt, gibt es indirekte Parallelen im Bereich des Ingenieurwesens und der touristischen Vermarktung. Schweizer Reisende und Touristikunternehmen schätzen diese Region als Teil klassischer „Grand Tours“ der Binnenschifffahrt. Zudem ist die Schweizer Expertise in der Wasserkraftnutzung weltweit anerkannt, was die technischen Aspekte derartigen Großprojekte wie in Uglitsch für Fachpublikum aus der Schweiz oft zum Vergleichsobjekt für eigene, wenn auch meist deutlich kleinere Staubecken macht.


  1. Uglitscher Stausee und Flussreisen (L. Seifert)
  2. Technische Daten zur Wasserkraft (Teamdochnoch)
  3. Historischer Hintergrund: Überflutungen (Nesawisimaya Gazeta)

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