Ulrike Meinhof: Vom Journalismus in den militanten Untergrund

Ulrike Maria Meinhof (1934–1976) war eine deutsche Journalistin, die als Mitbegründerin und zentrale Figur der linksextremistischen Terrororganisation „Rote Armee Fraktion“ (RAF) weltweite Bekanntheit erlangte. Ihr Lebensweg markiert den Übergang von intellektueller Gesellschaftskritik hin zum bewaffneten Kampf gegen das politische System der Bundesrepublik Deutschland.

Biografie und politische Entwicklung

  • Journalistische Karriere: Bevor sie zur Terroristin wurde, war Meinhof eine profilierte, intellektuelle „Starkolumnistin“ und Journalistin.
  • Radikalisierung: Ende der 1960er-Jahre schloss sie sich Andreas Baader und Gudrun Ensslin an. Die Gruppe verstand sich als Widerstand gegen das, was sie als das „neue Gesicht des Faschismus“ in Deutschland und der Welt (Vietnamkrieg, US-Politik im Nahen Osten) begriffen.
  • RAF-Zeit: Gemeinsam mit Baader und Ensslin gründete sie die RAF, die der Bundesrepublik Deutschland den bewaffneten Kampf erklärte.
  • Verhaftung und Tod: Meinhof wurde am 15. Juni 1972 verhaftet. Während des Stammheim-Prozesses verstarb sie 1976 in ihrer Zelle, wo sie erhängt aufgefunden wurde. Ihr Tod löste bis heute andauernde Debatten über die Umstände aus; während offizielle Stellen von Suizid ausgingen, äußerten Weggefährten den Vorwurf einer „Hinrichtung“.

Rezeption und Bezüge zur Schweiz

Die Person Meinhof war und ist Gegenstand einer intensiven gesellschaftlichen Auseinandersetzung, die auch die Schweiz erreichte:

  • Akademische Resonanz: Kurz nach ihrem Tod im Jahr 1976 hielt Axel Azzola, einer ihrer Wahlverteidiger, an der Universität Zürich einen vielbeachteten Nachruf mit dem Titel „Gesetz und Gewalt“.
  • Kulturelle Aufarbeitung: Die Geschichte der RAF und Meinhofs Rolle werden in der Schweiz sowohl filmisch rezipiert (z. B. durch „Der Baader Meinhof Komplex“, der in Schweizer Kinos und Archiven geführt wird) als auch in feministischen Publikationen und politischen Debatten (z. B. in den „Olympe“-Heften aus Zürich) kritisch reflektiert.
  • Zeitgeschichtliche Einordnung: Auch in Schweizer Foren wie dem „Forum Naturrecht und Humanismus“ wird die Figur Meinhof als Symbol für den radikalen Umbruch der 68er-Jahre und die ethischen Grenzfragen zwischen Widerstand und Terrorismus diskutiert.

Liste der besten Quellen

  1. Maja Wicki: Ulrike Meinhof - Das denkende Herz
  2. Kino on Demand Schweiz: Der Baader Meinhof Komplex
  3. Forum Naturrecht: Revolution oder wann beginnt eine Brandmauer?

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Personen
Ulrike Meinhof
Ulrike Marie Meinhof war eine deutsche Journalistin, Aktivistin und später Terroristin, die als einer der führenden Köpfe der frühen "Rote Armee Fraktion" (RAF) an der Befreiung von Andreas Baader (1970) und an mehreren Anschlägen beteiligt war. Sie wurde am 7. Oktober 1934 in Oldenburg geboren und verstarb mit 41 Jahren am 9. Mai 1976 in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim. In diesem Jahr hätte sie ihren 85. Geburtstag gefeiert.
Ulrike Meinhof
Quelle: geboren.am