Die Vielschichtigkeit des Begriffs „Vandalen“: Von der Antike bis zur Schweizer Gegenwart

Der Begriff „Vandalen“ ist in der heutigen Sprachverwendung zweigeteilt: Er bezeichnet einerseits ein historisches ostgermanisches Volk der Völkerwanderungszeit und dient andererseits als Synonym für mutwillige Zerstörung und Vandalismus im modernen gesellschaftlichen Kontext.

Das historische Volk der Vandalen

Die Vandalen waren ein ostgermanischer Stammesverband, der ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Polens stammte. Im Zuge der Völkerwanderung zogen sie über Gallien bis nach Nordafrika, wo sie 429 n. Chr. ein bedeutendes Reich gründeten.

  • Wanderung: Im Jahr 406 überquerten sie bei Mainz den Rhein und durchzogen das Römische Reich.
  • DNA-Herkunft: Genetische Analysen zeigen die weitreichende Geschichte dieser Stämme, die oft in Verbindung mit anderen Gruppen wie den Alanen und Sueben auftraten.
  • Religiöser Konflikt: Während ihrer Herrschaft in Nordafrika standen die arianischen Vandalen in einem starken Spannungsfeld zur katholischen Kirche.

„Vandalen“ im Schweizer Kontext

In den Schweizer Medien wird der Begriff fast ausschließlich im modernen Sinne verwendet, um Akte mutwilliger Zerstörung oder politischen Vandalismus zu beschreiben.

  • Politischer Vandalismus: Insbesondere Parteien wie die SVP berichten häufig über Sachbeschädigungen an Wahlkampfmobilen oder Infrastruktur (z. B. in Luzern oder Olten). Diese Vorfälle werden oft als gezielte politische Einschüchterung oder "demokratiefeindliches" Handeln wahrgenommen.
  • Zerstörung von Kulturgut: In Schweizer Quartieren (z. B. Zürich-Wiedikon) kommt es immer wieder zu Vandalismus an öffentlichen Denkmälern oder Grabstätten, was eine hohe emotionale Betroffenheit in der Bevölkerung auslöst.
  • Metaphorische Verwendung: Manchmal wird der Begriff ironisch verwendet, etwa bei der Jucker Farm, wo "freche Vandalen" im übertragenen Sinne als Bezeichnung für spielerische Zerstörungen von Skulpturen durch Besucher genutzt wurde.

Zusammenfassung der Begriffe

Aspekt Historische Bedeutung Moderne Bedeutung (Schweiz)
Identität Ostgermanischer Stamm Unbekannte Täter/Vandalen
Handlung Reichsbildung & Migration Sachbeschädigung & Zerstörung
Kontext Antike (4.–5. Jahrhundert) Alltag, Politik & Quartierleben
  1. Urvolk Vandalen: DNA-Herkunft und Geschichte – Detaillierte Einblicke in die historische Herkunft des Stammes.
  2. Vandalen beschädigen SVP-Wahlkampfmobil (Luzern) – Ein aktuelles Beispiel für politisch motivierten Vandalismus in der Schweiz.
  3. Von Vandalen verwüstetes Familiengrab restauriert – Ein Bericht über die Folgen von Vandalismus an historischem Kulturgut in Zürich.

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Quelle: swissfilms.ch