Vergine Giurata: Eine filmische Auseinandersetzung mit albanischen Traditionen
Der Spielfilm "Vergine Giurata" (international bekannt als Sworn Virgin) aus dem Jahr 2015 ist das beeindruckende Regiedebüt der Italienerin Laura Bispuri. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Elvira Dones und beleuchtet ein faszinierendes wie archaisches Kapitel albanischer Kultur: die Tradition der „eingeschworenen Jungfrau“.
Inhalt und Thematik
Die Geschichte folgt einer jungen Frau, die in den abgelegenen Bergen Albaniens aufwächst. Um der patriarchalen Unterdrückung zu entgehen und ein Leben in Freiheit zu führen, legt sie den alten Schwur ab: Sie verzichtet für immer auf sexuelle Beziehungen, nimmt die Identität eines Mannes an und schwört, als „Mann“ unter den Männern zu leben. Der Film zeichnet ihre Flucht aus diesen Strukturen nach, die sie schließlich bis nach Italien führt, wo sie mit ihrer eigenen Weiblichkeit und ihrer Identität erneut konfrontiert wird.
Produktion und Bedeutung für die Schweiz
- Schweizer Koproduktion: Der Film ist eine internationale Koproduktion, an der die Schweiz maßgeblich beteiligt war.
- Rezeption: Der Film feierte seine Premiere im Wettbewerb der Berlinale 2015 und erhielt internationale Anerkennung. In der Schweiz wurde er durch Vorpremieren (unter anderem in Lausanne im Kino Capitole) und den offiziellen Kinostart im Februar 2016 einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
- Darstellerin: Die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin Alba Rohrwacher wurde von Kritikern in höchsten Tönen gelobt. Sie verkörpert den inneren Zerriss der Figur mit einer außergewöhnlichen Intensität und Glaubwürdigkeit.
- Kultureller Kontext: Die Gesellschaft Schweiz-Albanien begleitete den Filmstart durch ihr Engagement und trug dazu bei, den Blick auf die albanische Kultur und die Rolle der Frau in dieser Gesellschaft zu schärfen.
Zusammenfassung der Rezeption
Der Film wird durch seine kühle, raue Ästhetik in den albanischen Bergregionen und seine subtile Erzählweise charakterisiert. Bispuri gelingt es, die „eingeschworene Jungfrau“ nicht nur als ethnologisches Kuriosum darzustellen, sondern als universelles Porträt über den Kampf um persönliche Freiheit und die Komplexität der Identität.
Empfohlene Links
- Cinémathèque Suisse: Vergine Giurata Kinostart
- Cinéforom: Avant-première und Hintergrundinformationen
- Gesellschaft Schweiz-Albanien: Archivmaterial zum Film
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