Vernarbende Alopezie: Ursachen, Diagnostik und Behandlung
Die vernarbende Alopezie (Cicatricial Alopecia) stellt eine spezielle und ernstzunehmende Form des Haarausfalls dar. Im Gegensatz zu nicht-vernarbenden Formen, wie dem androgenetischen Haarausfall, kommt es hier zu einer dauerhaften Zerstörung der Haarfollikel.
Was ist vernarbende Alopezie?
Bei dieser Erkrankung werden die Haarwurzeln durch entzündliche oder infektiöse Prozesse auf der Kopfhaut geschädigt. Das betroffene Gewebe wird durch Narbengewebe ersetzt, wodurch das Haarwachstum an diesen Stellen irreversibel zum Erliegen kommt.
Die Entzündungen können durch verschiedene Grunderkrankungen ausgelöst werden:
- Lichen planopilaris (Lichen Planus follicularis): Führt oft zu zufällig verstreuten, kahlen Stellen.
- Frontal fibrosierende Alopezie: Häufig bei Frauen in den Wechseljahren auftretend, charakterisiert durch einen Rückgang der Haarlinie und der Schläfen.
- Diskoider Lupus erythematodes: Eine Autoimmunerkrankung, die entzündliche Hautveränderungen auf der Kopfhaut verursacht.
- Pseudopelade Brocq: Eine weitere Form der narbigen Haarerkrankung.
Diagnostik
Da es sich um einen irreversiblen Prozess handelt, ist eine frühzeitige ärztliche Abklärung entscheidend, um die Entzündung rechtzeitig zu bremsen. In der Schweiz bieten spezialisierte dermatologische Kliniken (z. B. das Inselspital Bern oder spezialisierte Praxen in Zürich) fundierte Diagnostik an:
- Klinische Untersuchung: Beurteilung des Kopfhautzustands.
- Blutuntersuchungen: Ausschluss systemischer Entzündungen.
- Biopsie: Die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe der Kopfhaut ist oft notwendig, um die Diagnose sicher zu stellen.
Behandlungsmöglichkeiten
Das primäre Ziel der Therapie ist es, den entzündlichen Prozess zu stoppen, um den weiteren Haarverlust zu verhindern.
- Medikamentöse Therapie: Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten.
- Spezialsprechstunden: Institutionen wie die Universitätsklinik für Dermatologie in Bern verfügen über ausgewiesene Expertisen für diese komplexen Krankheitsbilder.
- Hinweis: Eine Haartransplantation ist erst nach vollständigem Ausheilen der Entzündung und bei stabilem Befund in Erwägung zu ziehen, da eine Transplantation in aktives entzündliches Gewebe nicht erfolgreich wäre.
Hilfreiche Ressourcen
- Universitätsklinik für Dermatologie (Inselspital Bern) – Haarerkrankungen
- Derma Medical Clinic – Vernarbender Haarausfall
- OnlineDoctor Schweiz – Haarausfall Lexikon
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