Der Versuchsstand Hentschenried: Pionierstätte der Schweizer Festungsartillerie

Der Versuchsstand Hentschenried (Koordinaten 620776/168176), gelegen auf Spiezer Boden im Kanton Bern, nimmt eine bedeutende Rolle in der militärhistorischen Entwicklung der Schweizer Festungswerke ein. Er diente als essenzielles Testgelände für die Modernisierung der Artilleriebewaffnung während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Historische Bedeutung und technischer Zweck

  • Entwicklung der Hebellafetten: Der Versuchsstand war der primäre Erprobungsort für neu entwickelte Hebellafetten, die speziell für Festungsgeschütze (insbesondere für 10,5-cm-Kanonen) konstruiert wurden. Die dort gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in den Bau bedeutender Anlagen wie der Festung Waldbrand ein.
  • Grundkonzeption der Artilleriebunker: Hentschenried fungierte als Prototyp für die architektonische und taktische Auslegung der modernen Artilleriewerke, die das Schweizer Reduit prägten.

Nachnutzung: Vom Versuchsstand zur Funkzentrale

Nachdem die Anlage ab 1947 ihren ursprünglichen Zweck als Versuchsstand erfüllt hatte, erfuhr sie eine überraschende Umnutzung:

  • Geheime Widerstandsorganisation: Ab 1963 beherbergte der Bunker das erste Funkzentrum des sogenannten "Spezialdienstes".
  • Aufklärung eigenartiger Einbauten: Erst durch diese historische Einordnung konnten viele der bis dahin rätselhaften Einbauten innerhalb der Anlage erklärt werden, die für den Betrieb als Funkzentrale der geheimen Widerstandsorganisation notwendig waren.

Zusammenfassung der Entwicklung

Zeitraum Funktion
Vor 1947 Erprobung von Hebellafetten und Festungskonzepten
Ab 1963 Erstes Funkzentrum des Schweizer "Spezialdienstes"

Weiterführende Informationen

  1. A1953 Art Bk Hentschenried (festung-oberland.ch)
  2. Festung Waldbrand (festung-waldbrand.ch)
  3. Übersicht Reduitbrigade 21 (festung-oberland.ch)

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Versuchsstand Hentschenried (BE)
Der Versuchsstand (Armeebezeichnung «Hrd AG» A 1953) befindet sich einen Kilometer westlich des Werks Krattigen auf dem Gebiet der Gemeinde Spiez. Der 1941 vollendete Geschützstand wurde für eine 10.5 cm Kanone 1935 und mit einem guten Schutz gegen Fliegerbomben und Artilleriebeschuss konzipiert. Der Bau musste mit wenig Materialaufwand und guter Anpassung an die Umgebung (Tarnung) erfolgen.
Versuchsstand Hentschenried
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Quelle: Wikipedia