Vierte Nanjing-Jangtse Brücke
Die Vierte Nanjing-Jangtse-Brücke – Chinas imposante Hängebrücke
Die Vierte Nanjing-Jangtse-Brücke (chinesisch: 南京长江第四大桥, Nanjing Changjiang Di Si Daqiao) ist eine der bedeutendsten Brückenbauwerke Chinas. Sie überspannt den Jangtsekiang (Yangtze) in der Provinz Jiangsu bei Nanjing und verbindet die Bezirke Pukou und Qixia. Die Brücke wurde am 24. Dezember 2012 nach knapp vier Jahren Bauzeit feierlich eröffnet.
Technische Daten
- Typ: Hängebrücke mit getrennten Ebenen für Strassen- und Eisenbahnverkehr (teilweise)
- Gesamtlänge: ca. 5.437 Meter
- Hauptspannweite: 1.410 Meter (eine der längsten Hängebrücken der Welt)
- Höhe des Pylons: 215,5 Meter
- Fahrspuren: 6-spurige Autobahn (G42 Nanjing–Shanghai)
- Baukosten: rund 6,8 Milliarden Yuan (ca. 1 Milliarde CHF)
- Bauzeit: 2008–2012
Die Brücke gilt als Meisterwerk moderner Ingenieurskunst und war bei Eröffnung die längste Hängebrücke Chinas mit getrennten Verkehrsebenen. Sie entlastet die drei älteren Nanjing-Brücken erheblich und verbessert die Verkehrsanbindung zwischen Nord- und Südchina massiv.
Historischer Kontext: Nanjing und der Jangtse
Nanjing liegt strategisch am Unterlauf des Jangtse und besitzt bereits seit Jahrhunderten eine enge Beziehung zu Brückenbau und Flussüberquerungen. Bereits während des Zweiten Sino-Japanischen Krieges spielte der Fluss eine tragische Rolle – das Massaker von Nanjing (1937) endete teilweise am Ufer des Jangtse, wo japanische Truppen unzählige Chinesen ermordeten (siehe Gedenkhalle für die Opfer des Nanjing-Massakers).
Heute ist Nanjing eine moderne Millionenmetropole mit subtropischem Monsunklima und wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die vierte Jangtse-Brücke steht sinnbildlich für den enormen Infrastrukturausbau Chinas der letzten 20 Jahre.
Bezug zur Schweiz
Während die Vierte Nanjing-Jangtse-Brücke mit ihrer gewaltigen Spannweite und Höhe ein reines Gigantomanie-Projekt darstellt, pflegt die Schweiz eine ganz andere Brücken-Tradition. In Schaffhausen etwa wurden bereits im 18. Jahrhundert filigrane, mehrfach zerstörte und wiederaufgebaute Holzbrücken über den Rhein errichtet (Grubenmann-Brücke von 1758). Die Schweiz setzt bis heute auf filigrane, langlebige und landschaftsverträgliche Konstruktionen – ein starker Kontrast zum chinesischen „Grösse um jeden Preis“-Ansatz. Dennoch dienen beide Traditionen demselben Zweck: Menschen und Wirtschaftsräume nachhaltig zu verbinden.
Interessanterweise gibt es in der Schweiz zahlreiche Institutionen und Unternehmen, die den Begriff „Brücke“ metaphorisch nutzen – von der Praxis Brücke AG (Aus- und Weiterbildung) über Brücke Le Pont (Entwicklungszusammenarbeit) bis hin zu Spielzeugbrücken von BRIO, die schon bei Kleinkindern das Verständnis für modulare Bauwerke fördern.
Beste 3 Links zu diesem Thema:
- Nanjing Reiseführer & Sehenswürdigkeiten – Umfassende Informationen zur Stadt und dem Jangtse-Kontext
- Das japanische Massaker von Nanjing – Historischer Hintergrund zum Jangtse und der Stadt
- Über den Rhein: Die Brücken von Schaffhausen – Schweizer Brückenbaugeschichte zum Vergleich
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