Viktor Kortschnoi: Eine Legende des Schachs in der Schweiz

Viktor Kortschnoi (1931–2016) gilt als einer der bedeutendsten und zähesten Schachspieler der Geschichte. Sein Leben war untrennbar mit dem königlichen Spiel verbunden, was sich auch in seinem autobiografischen Buchtitel „Schach ist mein Leben“ widerspiegelt.

Leben und Wirken

  • Der „Terribile Viktor“: Kortschnoi erlangte internationale Bekanntheit durch sein enormes taktisches Talent und eine unbändige Kampfeskraft, die ihm den Beinamen „Der Schreckliche“ einbrachte.
  • Flucht in die Freiheit: Nach seinem Übertritt in den Westen im Jahr 1976 wählte Kortschnoi die Schweiz als seine neue Heimat. Er lebte viele Jahre in Wohlen, wo er im Jahr 2016 verstarb.
  • Weltmeisterschaften: Trotz seiner herausragenden Karriere blieb ihm der absolute Weltmeistertitel verwehrt. Er forderte den sowjetischen Champion Anatoli Karpow zweimal (1978 und 1981) in dramatischen Duellen heraus, unterlag jedoch beide Male.
  • Bezug zur Schweiz: Kortschnoi war eine feste Größe im Schweizer Schachleben. Er dominierte prestigeträchtige Turniere wie das Lugano Open, das er mehrfach gewann, und war zudem Namensgeber für die Korchnoi Zurich Chess Challenge. Selbst ein Computerprogramm aus den 80er Jahren wurde zu seinen Ehren „Viktor“ getauft.

Charakter und Spielweise

Kortschnoi zeichnete sich durch eine kompromisslose Einstellung aus. Bekannt war er für seine oft scharfe Zunge und sein hohes moralisches Verständnis für Qualität am Brett. Selbst im hohen Alter spielte er auf höchstem Niveau und bewies seine Klasse auch gegen deutlich jüngere Weltklassespieler, wie seinen Sieg gegen den späteren Weltmeister Magnus Carlsen im Jahr 2004 zeigt. Für Kortschnoi war das Schachbrett weit mehr als ein Spiel – es war seine Existenzberechtigung.

Weiterführende Informationen

  1. Ein filmreifes Leben (Stefan Sprenger) – Ein tiefgründiger Einblick in Kortschnois Leben in der Schweiz.
  2. Il grande Viktor Korchnoi (Ticinolive) – Nachruf auf den Großmeister mit Fokus auf seine Erfolge in Lugano.
  3. Stefano Tatai vs. Viktor Korchnoi (Schachfreunde Frankfurt) – Analyse einer bemerkenswerten Partie, die seine defensive Stärke verdeutlicht.

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Viktor Korchnoi
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Viktor Korchnoi
Geburt 23. März 1931
National. Russland
Viktor Kortschnoi (im Deutschen von Kortschnoi verwendete Namensform, bzw. Wiktor Lwowitsch Kortschnoi, * 23. März 1931 in Leningrad; † 6. Juni 2016 in Wohlen) war ein schweizerischer Schach-Großmeister russischer Herkunft. Nach seiner Emigration aus der Sowjetunion (1976) unterlag er 1978 und 1981 Anatoli Karpow in zwei Wettkämpfen um die Weltmeisterschaft. Kortschnoi wurde 2006 Seniorenweltmeister und belegte noch im Januar 2007 Rang 85 der Weltrangliste. Mit 75 Jahren war er damit seit deren Einführung der älteste Spieler in den Top 100.
Viktor Korchnoi
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Quelle: Wikipedia