Steckbrief: Die Weissmündige Tellerschnecke (Anisus leucostoma)

Die Weissmündige Tellerschnecke gehört zur Familie der Tellerschnecken (Planorbidae), einer Gruppe von Süßwasserlungenschnecken. Sie ist ein faszinierendes Lebewesen unserer heimischen Gewässer, das oft übersehen wird, aber eine wichtige ökologische Rolle spielt.

Biologische Einordnung und Merkmale

  • Systematik: Sie zählt zu den Wasserlungenschnecken. Im Gegensatz zu vielen anderen Schneckenarten haben diese Tiere ihre Kiemen weitgehend zurückgebildet und nutzen eine Lunge (bzw. eine sekundäre Kieme bei sauerstoffreichem Wasser).
  • Gehäuse: Die Art zeichnet sich durch ein flaches, scheibenförmiges Gehäuse aus. Bei Tellerschnecken ist die linke Gehäuseseite die „Oberseite“ und die rechte die „Unterseite“ – dies entspricht der ursprünglichen physiologischen Ausrichtung der Tiere.
  • Atmung: Als Lungenatmer suchen diese Schnecken regelmäßig die Wasseroberfläche auf, um Luft aufzunehmen, sofern das Wasser nicht genug Sauerstoff für die Hautatmung bietet.

Lebensweise und Ökologie

  • Verbreitung: Die Weissmündige Tellerschnecke ist in Europa weit verbreitet. Auch in der Schweiz finden sich Vertreter der Familie Planorbidae in geeigneten Stillgewässern und langsam fließenden Habitaten.
  • Fortpflanzung: Wie fast alle Tellerschnecken sind diese Tiere Zwitter (Hermaphroditen). Bei einer Paarung befruchten sich die Partner gegenseitig. Eine Selbstbefruchtung ist zwar theoretisch möglich, führt jedoch meist zu einem deutlich geringeren Fortpflanzungserfolg.
  • Ernährung: Sie sind nützliche „Gesundheitspolizei“ in Gewässern und Aquarien. Sie ernähren sich von Detritus (organischem Mulm), abgestorbenen Pflanzenteilen und Algenaufwuchs. Aufgrund ihrer sehr weichen Raspelzähne richten sie an gesunden Wasserpflanzen in der Regel keinen Schaden an.

Gefährdung und Schutz

Viele Tellerschneckenarten sind durch den Rückgang von sauberen, kalkreichen und nährstoffarmen Stillgewässern stark bedroht. Da sie empfindlich auf Umweltveränderungen reagieren, sind sie wertvolle Indikatoren für die ökologische Qualität eines Gewässers.


Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Tellerschnecken (Planorbidae) – Übersicht beim Heimbiotop
  2. Conchylien und biologische Details der Planorbidae (Naturkundemuseum Karlsruhe)
  3. Allgemeine Informationen zu Tellerschnecken in der Aquaristik

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