Der Weissrückenspecht: Das seltene Phantom der Schweizer Wälder

Der Weissrückenspecht (Dendrocopos leucotos) gilt als eine der anspruchsvollsten Vogelarten der Schweiz. Nach einer rund 200-jährigen Abwesenheit kehrt dieser seltene Bewohner naturnaher Wälder dank zunehmender Totholzbestände allmählich in seine ursprünglichen Lebensräume zurück.

Steckbrief und Lebensweise

  • Lebensraum: Der Weissrückenspecht bevorzugt grossflächige, alt- und totholzreiche Laub- und Mischwälder. Er ist ein Spezialist, der auf Wälder mit sehr hohen Totholzanteilen (in Teilbereichen über 50 m³/ha) angewiesen ist.
  • Nahrung: Er ernährt sich ganzjährig von holzbewohnenden Insekten und deren Larven, die er in abgestorbenen Baumstämmen findet.
  • Status in der Schweiz: Er ist eine seltene Prioritätsart. Die Wiederbesiedlung korreliert stark mit der Zunahme von Totholz in Schweizer Wäldern in den letzten 30 Jahren. Besonders in der Ostschweiz (z. B. im Prättigau und Churer Rheintal) gibt es bekannte Beobachtungsreihen.
  • Herausforderung: Sein Überleben in Wirtschaftswäldern ist eng an eine naturnahe Bewirtschaftung geknüpft, die natürlichen Alterungsprozessen im Wald genügend Raum lässt.

Schutz und Forschung

Die Schweizerische Vogelwarte Sempach führt spezifische Forschungsprojekte durch, um zu verstehen, welche exakten Habitatelemente der Vogel benötigt, um in den bewirtschafteten Wäldern langfristig bestehen zu können. Da er nur geringe Bestandsdichten aufweist und auf ungestörte Waldstrukturen angewiesen ist, ist die Förderung von Altholzinseln eine zentrale Massnahme des Artenschutzes.

  1. Artenförderung: Der Weissrückenspecht (Schweizerische Vogelwarte)
  2. Das Phantom aus dem Osten (BirdLife Schweiz)
  3. Vortrag: Herausforderung für die naturnahe Waldbewirtschaftung (Vogelschutz Domleschg)

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Weissrückenspecht
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