Die Weisswangengans (Nonnengans): Ein faszinierender Gast in der Schweiz

Die Weisswangengans (Branta leucopsis), im Volksmund oft aufgrund ihres markanten schwarz-weissen Gefieders als Nonnengans bezeichnet, ist eine faszinierende Vogelart aus der Familie der Entenvögel. Während ihre Hauptbrutgebiete in der Arktis liegen, taucht sie gelegentlich auch in der Schweiz auf.

Steckbrief und Merkmale

  • Aussehen: Namensgebend sind die weissen Wangen, die einen starken Kontrast zum schwarzen Scheitel, Nacken und Hals bilden. Diese Färbung erinnert an die Tracht katholischer Nonnen.
  • Grösse: Körperlänge von 60 bis 70 cm; Flügelspannweite zwischen 129 und 159 cm.
  • Gewicht: Bis zu 2,5 kg.
  • Verhalten: Die Vögel sind sehr sozial und leben meist in Paaren oder Familienverbänden.

Lebensraum und Verbreitung

Ursprünglich brütete die Weisswangengans fast ausschliesslich an der russischen Eismeerküste. Heute erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet über Teile der Westpaläarktis, Grönland und Nordamerika. Sie bevorzugt Küstengebiete, Feuchtgebiete, Wiesen sowie die Nähe zu Seen und Flüssen.

Vorkommen in der Schweiz

Die Weisswangengans ist in der Schweiz kein typischer Brutvogel, wird jedoch regelmässig als Durchzügler oder Wintergast beobachtet:

  • Beobachtungen: Es gibt vereinzelte Sichtungen, beispielsweise im Fanel oder am Klingnauer Stausee, wo sie sich gelegentlich unter Graugänse mischt.
  • Besondere Vorkommnisse: Gelegentlich gelangen Tiere aus zoologischen Einrichtungen in die freie Natur. So sorgte beispielsweise eine entflogene Weisswangengans aus dem Zoo Basel im „Park im Grünen“ (Münchenstein) für Aufsehen bei den Besuchern.
  • Monitoring: Die Vogelwarte Sempach führt Daten zur Entwicklung der Bestände, wobei die allgemeine Dynamik der Gänsepopulationen in Europa (wie in Finnland beobachtet) auch in der Schweiz ein Thema für das Wildtiermanagement bleibt.

Gefährdung und Schutz

Während die Bestände der Weisswangengans in manchen Regionen Europas stark zunehmen, steht ihr Lebensraum in anderen Gebieten durch Urbanisierung und intensive Landwirtschaft unter Druck. Der Schutz der Art unterliegt europäischen Richtlinien, wobei ein Ausgleich zwischen dem Schutz der Vögel und den Anforderungen des öffentlichen Raums stetig neu verhandelt wird.


  1. Vogelwarte Sempach: Daten zu Gänsebeständen in der Schweiz
  2. Naturzentrum Klingnauer Stausee: Artenportrait Weisswangengans
  3. Borkumer Seiten: Ausführlicher Steckbrief zur Biologie der Weisswangengans

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Weisswangengänse konzentrieren sich im Winterquartier in teilweise enormen Ansammlungen. Sie brüten in der Arktis oft in steilen Felswänden, die für Eisfüchse unerreichbar sind. Die noch nicht flugfähigen Küken müssen nach dem Schlüpfen von den bis 30 Meter hohen Klippen springen, um zu den Nahrungsplätzen zu gelangen. Die Art wird gerne als Ziervogel gehalten, weshalb die meisten Beobachtungen bei uns wahrscheinliche oder sichere Gefangenschaftsflüchtlinge betreffen.
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