Der Wels: Gigant der Schweizer Gewässer

Der Wels (Silurus glanis) hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer seltenen Kuriosität zu einem der am meisten diskutierten Fische in Schweizer Gewässern entwickelt. Hier ist eine Übersicht zu seiner Biologie, seinem Siegeszug in der Schweiz sowie seiner Bedeutung für die Kulinarik.

1. Steckbrief und Merkmale

  • Größe und Gewicht: Er ist der mit Abstand größte Fisch in Schweizer Gewässern und kann eine Länge von bis zu 3 Metern und ein Gewicht von bis zu 150 kg erreichen.
  • Verhalten: Welse wirken oft schwermütig und sanft. Sie sind besonders im Sommer nachtaktiv und besitzen ein erstaunlich leistungsfähiges Gehör, mit dem sie sogar Geräusche außerhalb des Wassers wahrnehmen können.
  • Lebensraum: Man findet sie an Strukturen wie Pfeilern, in Häfen oder unter Booten. Zur Fortpflanzung benötigen sie Wassertemperaturen zwischen 18 und 20 Grad.

2. Der Siegeszug in der Schweiz

Noch im Jahr 1936 bezeichnete Paul Steinmann in seinem Standardwerk „Die Fische der Schweiz“ den Wels als so selten, dass er für Sportfischer keine Bedeutung habe. Damals beschränkte sich sein Vorkommen auf den Bodensee und die Jurarandseen.

  • Heutige Verbreitung: Der Wels ist schweizweit auf dem Vormarsch. In Gewässern wie dem Greifensee oder dem Sihlsee wird über eine Überpopulation diskutiert, wobei oft über heimlichen Besatz spekuliert wird.
  • Sportfischerei: Aufgrund seiner Größe und Kraft ist er ein beliebtes Ziel für Angler. Da er jedoch sehr kräftig ist, benötigen Angler entsprechendes Gerät, um die Tiere sicher zu landen.

3. Kulinarische Verwendung

Der Wels gilt als schmackhafter Speisefisch. In der Schweiz gibt es spezialisierte Zuchten (z. B. Kenzenau Fisch AG), die Welse unter kontrollierten, artgerechten Bedingungen halten.

  • Geschmack: Lokal aufgezogene Welse zeichnen sich durch eine feste, saftige Struktur aus und weisen – im Gegensatz zu manchen Wildfängen – keinen erdigen Beigeschmack auf.
  • Zubereitung: Besonders beliebt ist das Braten auf der Hautseite, um eine knusprige Konsistenz zu erreichen. Er wird oft als Filet, Chnusperli oder geräuchert angeboten.

4. Besondere Aspekte

  • Aquaristik: Neben den großen Wildfischen gibt es kleine Wels-Arten, die in der Aquaristik beliebt sind. Diese benötigen je nach Art Becken von 100 bis über 1000 Litern und Versteckmöglichkeiten.
  • Haustierbedarf: Wels wird aufgrund seiner Nährstoffe auch als getrockneter Kauartikel für Hunde verarbeitet.

Die besten Quellen zum Thema

  1. Der Wels – die Meinungen sind gemacht (Petri-Heil)
  2. Wels: Gründe für seinen Siegeszug (Petri-Heil)
  3. Fische unserer Gewässer – Der Wels (Zingg Dive)

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Wels
Langgestreckter schleimiger Körper, im hinteren Teil stark seitlich abgeflacht; im vorderen Teil an der Bauchseite abgeplattet, mit kräftigem Kopf und breitem, leicht oberständigem Maul. Beide Kiefer, Gaumen und Pflugscharbein mit kleinen, scharfen Hechelzähnen. Am Oberkiefer zwei sehr lange in alle Richtungen bewegliche Bartfäden, am Unterkiefer vier kürzere. Sehr kleine Rückenflosse im vorderen Rückenbereich und ausserordentlich lange Afterflosse. Keine Schuppen, sehr kleine Augen. Rückenfärbung schwärzlich blau, braun oder grünlich, Flanken etwas heller, mit dunkler Marmorierung. Bauchseite schmutzig weiss, manchmal mit rötlichem Glanz. Länge bis 2,5 m, maximal 5 m (300 kg).
Wels
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Quelle: vol.be.ch