Die Wespenspinne: Eine auffällige Jägerin in Schweizer Lebensräumen

Die Wespenspinne (Argiope bruennichi), oft auch Zebraspinne genannt, ist aufgrund ihrer markanten gelb-weiss-schwarzen Streifung eine der am leichtesten zu identifizierenden Spinnenarten in der Schweiz. Sie gilt als klassische Wärmeliebhaberin und breitet sich durch die Klimaerwärmung zunehmend bis in die Voralpen aus.

Steckbrief und Merkmale

  • Aussehen: Unverkennbare, wespenartige Körperzeichnung.
  • Netzbau: Die Spinne errichtet grosse Radnetze, in deren Zentrum sich ein charakteristisches, senkrechtes Zickzackband befindet, das sogenannte Stabiliment.
  • Lebensraum: Sie bevorzugt sonnige, warme Standorte wie Wegränder, hohes Gras oder Gebüsch. In der Schweiz lässt sie sich besonders gut in Gebieten wie um den Pfäffikersee oder den Greifensee beobachten.
  • Ernährung: Hauptsächlich Heuschrecken, die in ihrem Netz landen. Das Gift der Spinne verflüssigt die Beute, was ein einfaches Aussaugen ermöglicht.
  • Abwehr: Bei Bedrohung (z. B. durch Vögel) versetzt die Spinne ihr Netz in starke Schwingungen, um ihre Silhouette optisch verschwimmen zu lassen.

Lebenszyklus

  • Frühjahr: Ab Mai verlassen die Jungspinnen ihre Kokons und suchen sich Halmspitzen für den Start.
  • Sommer: Von Juli bis August sind die erwachsenen Tiere am aktivsten und am besten zu beobachten.
  • Paarung: Die Paarung findet meist ab Ende Juli statt. Oft verspeist das Weibchen das Männchen nach dem Geschlechtsakt, um ihren hohen Nährstoffbedarf zu decken.
  • Herbst: Nach der Eiablage in Kokons und einer Lebensdauer von etwa einem Jahr verschwinden die Tiere meist ab September.

Ökologische Bedeutung

Die Wespenspinne wird als Indikatorart für intakte Ökosysteme geschätzt. Als spezialisierte Jägerin reguliert sie die Insektenbestände in ihren Lebensräumen. Da sie sehr anpassungsfähig gegenüber steigenden Temperaturen ist, gilt sie zudem als "Klimaindikatorin".


  1. Wespenspinne - unheimlich schön (Naturzentrum Pfäffikersee)
  2. Spinne oder doch Wespe? (Greifensee-Stiftung)
  3. Wespenspinnen breiten sich aus (Naturschutzverein Vordemwald/Murgenthal)

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Quelle: insects.ch