Wiesenpieper (Anthus pratensis) – Übersicht Schweiz

Merkmale und Lebensraum

Der Wiesenpieper ist ein schlanker, etwa 15 cm großer Singvogel mit einem unauffälligen, gestreiften braun-beigen Gefieder. Er lebt bevorzugt in offenen, feuchten Wiesen, Mooren und extensiv bewirtschafteten Weideflächen. In der Schweiz findet man ihn vor allem in den Voralpen, im Mittelland sowie in Feuchtgebieten wie dem Klingnauer Stausee oder den Bolle di Magadino (TI).

Vorkommen und Zugverhalten

  • Durchzügler und Wintergast: Am Klingnauer Stausee erscheinen Wiesenpieper regelmäßig während der Zugzeiten und im Winter in kleinen bis größeren Trupps.
  • Brutvogel: Früher verbreiteter Brutvogel in Feuchtwiesen; heute stark zurückgegangen.
  • Zugzeiten: Frühjahrszug ab Ende Januar, Herbstzug ab Ende Juli.

Bestandsentwicklung und Gefährdung

In der Schweiz und in angrenzenden Regionen (z. B. Oberösterreich) ist der Bestand dramatisch eingebrochen:

  • Rückgang um bis zu 98 % seit 1998 in manchen Gebieten.
  • Hauptursachen: Intensivierung der Landwirtschaft, Entwässerung von Feuchtwiesen, frühe Mahd und Verlust von Insekten als Nahrungsgrundlage.
  • In manchen Kantonen (z. B. Zürich, Bern, Basel-Stadt) werden während der EuroBirdwatch-Zählungen dennoch regelmäßig Durchzügler beobachtet (teilweise über 200 Individuen pro Gebiet).

Schutzmaßnahmen

  • Erhalt und Pflege von Feuchtwiesen und extensiv bewirtschafteten Weiden.
  • Späte Mahdtermine und reduzierte Düngung.
  • Monitoring-Programme von BirdLife Schweiz und lokalen Naturschutzvereinen.
  • Exkursionen und Beringungsaktionen (z. B. Ulmethöchi, Albisrieden) zur Sensibilisierung.

Beobachtungstipps in der Schweiz

  • Klingnauer Stausee (AG) – regelmäßige Winterbeobachtungen.
  • Bolle di Magadino (TI) – Rastplätze während des Zuges.
  • Filderen (ZH) – extensives Feuchtgebiet mit weiteren Wiesenbrütern.
  • Exkursionen von BirdLife-Sektionen oder lokalen Vereinen (z. B. NV Albisrieden).

  1. https://christas-vogelwelt.ch/index.php/pieper/wiesenpieper-anthus-pratensis – Ausführliche Artbeschreibung und Fotos.
  2. https://naturzentrum-klingnauerstausee.ch/beobachtungen/4930/wiesenpieper – Saisonale Vorkommen am Klingnauer Stausee.
  3. https://www.birdlife.at/artikel/braunkehlchen-und-wiesenpieper-am-tiefpunkt/ – Aktuelle Bestandszahlen und Schutzmaßnahmen (AT, aber relevant für CH).
  4. https://ebw.birdlife.ch/de/resultate_2025 – EuroBirdwatch-Ergebnisse mit Schweizer Zählgebieten.
  5. https://idnu.ch/wordpress/im-iba-bolle-di-magadino/ – Beobachtungsbericht aus dem Tessin (Bolle di Magadino).

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Wiesenpieper
Auf dem Durchzug sind Wiesenpieper oft zahlreich auf Feldern anzutreffen. Sie lassen sich gerne in Wiesen mit hohem Gras oder in Gemüseäckern nieder und fliegen nur bei einer Störung oder einem auftauchenden Greifvogel auf, weshalb sie oft übersehen werden. Ihr Flug wirkt etwas zaghaft und unentschlossen, die Flugweise hüpfend. Als Brutvogel bevorzugt der Wiesenpieper vor allem frische bis feuchte Wiesen und Weiden sowie Hochmoore in den Nordalpen und im Jura.
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