Wiesenweihe Vogel
Die Wiesenweihe – Ein graziler Greifvogel am Rande des Aussterbens in der Schweiz
Die Wiesenweihe (Circus pygargus) ist einer der elegantesten und sensibelsten Greifvögel Europas. Mit ihren langen, schmalen Flügeln und dem typischen segelnden Flugverhalten gehört sie zur Familie der Habichtartigen. Männchen sind auffällig hellgrau mit schwarzen Flügelspitzen, während die Weibchen und Jungvögel eine braune Tarnfärbung aufweisen.
Brutbiologie und Lebensraum
Die Wiesenweihe ist ein typischer Bodenbrüter, der fast ausschliesslich in Getreidefeldern, vor allem in Weizen- und Gerstenfeldern, brütet. Sie benötigt extensive, strukturreiche Agrarlandschaften mit grossen, offenen Flächen. Im Gegensatz zu vielen anderen Greifvögeln jagt sie vorwiegend kleine Säugetiere (vor allem Wühlmäuse), Insekten und Kleinvögel im niedrigen Flug über Wiesen und Felder.
Situation in der Schweiz
In der Schweiz ist die Wiesenweihe dramatisch zurückgegangen. Nachdem sie bis in die 1980er-Jahre noch vereinzelt brütete, galt sie ab 1987 im Kanton Schaffhausen nur noch als Durchzügler. Erst im Jahr 2007 gelang dem Turdus Vogel- und Naturschutzverein in Löhningen (Kanton Schaffhausen) ein historischer Erfolg: Nach 21 Jahren brütete die Wiesenweihe erstmals wieder erfolgreich in der Schweiz und zog drei Junge gross.
Trotz dieses Erfolgs bleibt die Art extrem selten. Als Brutvogel ist sie in der Schweiz stark gefährdet (VU – Vulnerable). Die Hauptursachen sind die intensive Landwirtschaft, frühe Mahd der Getreidefelder, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust extensiver Brutflächen.
Internationale Schutzbemühungen
In Ländern wie Spanien (besonders in der Extremadura) ist die Wiesenweihe noch relativ häufig. Schweizer Naturschützer reisen deshalb regelmässig in die Extremadura, um dort Nester vor der Mahd zu schützen – eine Massnahme, die auch in Bayern (LBV) und in der Schweiz («Pro Wiesenweihe») erfolgreich angewendet wird. In Bayern konnte der Bestand durch ehrenamtlichen Schutz von ursprünglich fast ausgestorben auf rund 200 Brutpaare gesteigert werden.
In der Schweiz wird die Art vor allem am Klingnauer Stausee und in der Region Schaffhausen als Durchzüglerin beobachtet. Im Frühling und Herbst lassen sich gelegentlich ziehende Wiesenweihen über Feuchtgebieten und offenen Landschaften beobachten.
Merkmale zur Bestimmung
- Sehr schlanker, eleganter Flug mit hoch erhobenen Flügeln („V“-Haltung)
- Männchen: hellgrau, schwarze Flügelenden, schwarze Armschwingen-Unterseite
- Weibchen: braun mit weissen Bürzel
- Deutlich kleiner und schlanker als die Rohrweihe
Beste Links:
- Turdus-Wein – Erfolgreiche Brut 2007 in Löhningen
- Wiesenweihe am Klingnauer Stausee – Beobachtungen
- Extremadura und die Wiesenweihe – Vortrag Manuela Seifert
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