Wildschwein Wildtier

Wildschweine in der Schweiz – Ein starkes Wildtier mit Konfliktpotenzial

Merkmale und Biologie

Das Wildschwein (Sus scrofa) ist das grösste einheimische Säugetier in den Schweizer Wäldern. Es besitzt einen kräftigen Körper, kurze Beine und eine lange, bewegliche Schnauze (Rüssel).

  • Bezeichnungen: Männliche Tiere heissen Keiler, weibliche Bache und die Jungen Frischlinge.
  • Wildschweine leben meist in Gruppen, sogenannten Rotten.
  • Sie haben einen ausgezeichneten Geruchssinn und sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv.
  • Ihr Wühlen im Boden („Suhlen“ und „Brechen“) dient der Nahrungssuche und hat wichtige ökologische Funktionen, kann aber auch erhebliche Schäden verursachen.

Lebensraum und Vorkommen in der Schweiz

Wildschweine haben in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen und besiedeln inzwischen fast alle tieferen und mittleren Lagen der Schweiz. Sie kommen sowohl im Wald als auch in der offenen Kulturlandschaft vor und dringen zunehmend in Siedlungsnähe vor. Besonders im Kanton Basel-Landschaft, im Thurgau, im Zürcher Unterland und im Jura sind Konflikte mit der Landwirtschaft häufig.

Ökologische Bedeutung und Schäden

Wildschweine spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem:

  • Sie lockern den Boden, fördern die Samenverbreitung und ernähren sich von Insekten, Würmern, Mäusen und pflanzlicher Nahrung.
  • Gleichzeitig verursachen sie erhebliche Wühlschäden auf Wiesen, in Mais-, Getreide- und Gemüsefeldern sowie in Jungwaldkulturen.

In der Region Basel beträgt die jährliche Schadenssumme durch Wildschweine zwischen 250'000 und 350'000 Franken. Deshalb wurde in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft ein spezielles Schwarzwildkonzept erarbeitet, das eine koordinierte, revierübergreifende Bejagung vorsieht.

Wildschweine und der Mensch

  • Verkehrsunfälle: Kollisionen mit Wildschweinen sind gefährlich. Ein ausgewachsener Keiler kann beim Aufprall eine Wucht von bis zu 3,5 Tonnen entwickeln. In Rheinsulz (AG) kam es beispielsweise zu einer solchen Kollision mit einem Postauto.
  • Konflikte in Siedlungen: Wildschweine dringen immer öfter in Gärten und Siedlungen ein. Die Broschüre «Mein Nachbar ist ein Wildschwein» von Wildtier Schweiz thematisiert dieses Zusammenleben.
  • Verhalten: Wildschweine sollte man grundsätzlich nicht stören. Besonders Bachen mit Frischlingen können bei Bedrohung aggressiv reagieren. Im Juni 2026 verletzte ein Wildschwein in Polen ein Kleinkind im Kinderwagen.

Management und Jagd

Jägerinnen und Jäger übernehmen in der Schweiz eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Wildschweinbestandes. Sie reduzieren Schäden, helfen bei der Seuchenüberwachung (z. B. Afrikanische Schweinepest) und sind bei Wildunfällen im Einsatz. In vielen Kantonen wird eine koordinierte Drückjagd oder Ansitzjagd durchgeführt, um den Bestand auf einem verträglichen Niveau zu halten.

Quellen und weiterführende Informationen

Die drei besten Links:

  1. «Mein Nachbar ist ein Wildschwein» – Wildschweine in Siedlungen
    (FAUNAFOCUS-Publikation von Wildtier Schweiz)

  2. Zur Kontrolle der Wildschweine: Jäger sollen mehr gemeinsam auf die Pirsch
    (Artikel zum Schwarzwildkonzept beider Basel)

  3. Wildschäden – Jagdgesellschaft Eschenberg
    (Gute Übersicht mit Fotos zu Wildschwein-Schäden in der Schweiz)

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Sourcen: Naturpark Goldau, Wikipedia