Wilhelm Lehmbruck: Ein bedeutender Bildhauer der Moderne zwischen Paris, Berlin und Zürich

Wilhelm Lehmbruck (1881–1919) gilt als einer der einflussreichsten deutschen Bildhauer der Moderne. Sein Werk, das Themen wie Trauer, Sehnsucht und Transzendenz in eine einzigartige, langgestreckte Formensprache übersetzt, hat die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt.

Biografische Eckpunkte

  • Frühe Jahre und Paris (1910–1914): Nach seinem Umzug aus dem Rheinland nach Paris wurde Lehmbruck stark durch Zeitgenossen wie Auguste Rodin und Aristide Maillol inspiriert. In dieser Zeit entwickelte er seinen unverkennbaren Stil, der den Fokus auf die menschliche Figur als Individuum legte.
  • Zürcher Exil und Wirken: Während des Ersten Weltkriegs fand Lehmbruck Zuflucht in der Schweiz. In Zürich knüpfte er wichtige Kontakte zu Intellektuellen wie Fritz von Unruh und Leonhard Frank. Zudem entstanden hier bedeutende Werke, darunter der in den Jahren 1916/17 modellierte Sitzende Jüngling.
  • Letzte Lebensjahre: Seine Zeit in Zürich wird heute in bedeutenden Ausstellungen (u.a. Kunsthaus Zürich) als eine Phase künstlerischer Zuspitzung und emotionaler Tiefe gewürdigt. Lehmbruck verstarb 1919 in Berlin durch Suizid.

Bezug zur Schweiz

Die Schweiz spielt eine zentrale Rolle in der Rezeption und im späten Schaffen Lehmbrucks. Das Kunsthaus Zürich widmet seinem Werk, insbesondere den letzten Jahren in Berlin und Zürich, große monografische Ausstellungen. Dabei werden seine Skulpturen oft in einen zeitgenössischen Dialog gesetzt, beispielsweise mit dem Künstler Yves Netzhammer. Die Stadt Zürich fungierte für den Künstler nicht nur als Zufluchtsort während des Ersten Weltkriegs, sondern auch als Raum für intellektuellen Austausch.

Vermächtnis

Sein Sohn Manfred Lehmbruck (1913–1992) trat als Architekt in das kulturelle Erbe seines Vaters ein. Heute wird das Werk durch das Lehmbruck Museum in Duisburg bewahrt und wissenschaftlich aufgearbeitet, das den Kern seines künstlerischen Nachlasses bildet.


Empfohlene Quellen

  1. Kunsthaus Zürich: Wilhelm Lehmbruck im Dialog mit Yves Netzhammer
  2. Artfritz.ch: Wilhelm Lehmbruck – Biografie und Wirken
  3. AICA Schweiz: Zur Menschlichkeit abstrahiert – Wilhelm Lehmbruck

Vielleicht auch interessant


Brian Wilson

Carl Blechen

Carl Hagenbeck

Enya

Friedrich III. der Weise Sachsen

Glenda Jackson

Harold Lloyd

Harry Belafonte

Hugo von Hofmannsthal

Jim Parsons

John Harvey Kellog

John Montagu Earl of Sandwich

Karl Landsteiner

Karl-Heinz Rummenigge

Ken Follett

Lars Peter Hansen

Linda McCartney

Lionel Richie

Ralph Bunche

Romain Rolland

Sandra

Sergei Karjakin

Vangelis

William Golding

Zac Efron
War das hilfreich?
Personen
Wilhelm Lehmbruck
Wilhelm Lehmbruck war einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer und Grafiker, der als Wegbereiter der Plastik im 20. Jahrhundert gilt (u. a. "Knieende" 1911, "Emporsteigender Jüngling" 1913, "Der Gestürzte" 1915/1916). Er wurde am 4. Januar 1881 in Meiderich (heute zu Duisburg) geboren und verstarb mit nur 38 Jahren am 25. März 1919 in Berlin. 2019 jährte sich sein Geburtstag zum 138. Mal.
Wilhelm Lehmbruck
Quelle: geboren.am