Wisent Wildtier

Wisent – Rückkehr des Riesen in den Schweizer Jura

Der Wisent (Bison bonasus)

Der Wisent, auch Europäischer Bison genannt, ist das grösste Landsäugetier Europas. Er kann bis zu 900 kg schwer und 1,8 Meter hoch werden. Noch vor rund 1000 Jahren war er in weiten Teilen Europas von Spanien bis zum Ural heimisch. In der Schweiz wurde er im Mittelalter durch intensive Jagd vollständig ausgerottet.

Das Projekt «Wisent Thal» im Solothurner Jura

Seit September 2022 läuft im Thal (Kanton Solothurn) ein wissenschaftliches Testprojekt, das untersucht, ob der Wisent heute als freilebendes Wildtier im Schweizer Jura tragbar ist.

Wichtige Eckdaten:

  • Standort: Welschenrohr SO (Sollmatt)
  • Projektträger: Verein Wisent Thal in Zusammenarbeit mit Wildtier Schweiz
  • Projektleiter: Otto Holzgang
  • Dauer: Mindestens 5 Jahre (2022–2027)
  • Aktuelle Herde: 10 Tiere (Stand Oktober 2024), darunter mehrere im Projekt geborene Kälber
  • Gehegefläche: Im Herbst 2024 von 50 ha auf rund 100 ha verdoppelt

Die Tiere stammen ursprünglich aus verschiedenen Schweizer Zoos (u. a. Tierpark Bern). Nach einer Eingewöhnungsphase in einem kleineren Gehege können sie sich nun auf dem grossen, öffentlich zugänglichen Testgelände frei bewegen. Das Gebiet bleibt gleichzeitig land- und forstwirtschaftlich genutzt.

Verhalten und Regeln für Besucher

Wisente sind grundsätzlich friedliche Tiere, können aber bei Störung gefährlich werden. Besonders wichtig sind folgende Verhaltensregeln:

  • Mindestens 50 Meter Abstand zu den Tieren einhalten
  • Hunde immer an der kurzen Leine führen
  • Nicht durch die Herde laufen oder fahren
  • Die Tiere nicht füttern

Mit der Vergrösserung des Geheges und dem reduzierten menschlichen Kontakt werden die Wisente voraussichtlich scheuer – ein gewünschter Effekt für ein zukünftiges Wildtierprojekt.

Internationale Einordnung

Während in der Schweiz noch getestet wird, sind in anderen Ländern bereits erfolgreiche Wiederansiedlungen gelungen. So wurden beispielsweise 2014 und später weitere Wisente aus dem Tierpark Bern in die rumänischen Karpaten gebracht, wo sie heute in freier Wildbahn leben.


Beste 3 Links zum Thema:

  1. Gehegefläche für Wisente verdoppelt – Aktuellster Bericht zur Erweiterung des Geheges (Oktober 2024)

  2. Die Wisente sind im Eingewöhnungsgehege in Welschenrohr – Offizielle Projektseite mit detaillierten Hintergründen

  3. Können freilebende Wisente für den Jura bereichernd sein? – Vortrag des Projekt-Initianten Darius Weber zur Biologie und den Zielen des Wisent-Projekts

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Wisent
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Wisente erstreckte sich von ganz Europa über die gemässigte Zone bis nach China. Um 1920 war der Wisent jedoch in der freien Wildbahn ausgerottet. Als 1923 eine internationale Vereinigung zur Rettung des Wisents gegründet wurde, lebten auf der ganzen Welt nur noch wenige Individuen in Zoos. Der heute freilebende Bestand – vor allem in Polen und Russland – beträgt unterdessen wieder über 3’000 Tiere. Auch der Natur- und Tierpark Goldau ist Teil dieses Erhaltungszuchtprogramms und konnte in internationaler Zusammenarbeit einen wichtigen Teil zu der heutigen Wisentpopulation beitragen.
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Quellen: Naturpark Goldau, Wikipedia