Die Würfelnatter (Natrix tessellata) – Steckbrief & Schutz in der Schweiz

Die Würfelnatter ist neben der Ringelnatter die am stärksten an Gewässer gebundene einheimische Schlangenart der Schweiz. 2009 wurde sie zum „Reptil des Jahres“ gewählt und steht seither symbolisch für den Schutz naturnaher Uferlebensräume.

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Natrix tessellata
  • Deutscher Name: Würfelnatter
  • Familie: Nattern (Colubridae) – ungiftig und harmlos
  • Grösse: 60–100 cm, maximal bis ca. 130 cm
  • Färbung: Oberseite meist olivbraun bis grau mit charakteristischem dunkelbraunem Würfelmuster; Bauch oft gelblich mit schwarzen Flecken
  • Kopf: Deutlich vom Körper abgesetzt, rundliche Pupillen
  • Lebenserwartung: Bis zu 15–20 Jahre in freier Natur

Lebensraum & Verbreitung (Schweiz)

  • Bindung an Wasser: Kommt fast ausschliesslich an grösseren, warmen, fischreichen Gewässern vor (Seen, langsam fliessende Flüsse, grössere Weiher).
  • Schweizer Vorkommen:
    • Genfersee-Region (Waadt, Genf)
    • Neuenburgersee & Bielersee
    • Zürichsee-Ufer (u. a. Zimmerberg-Region, Wädenswil, Richterswil)
    • Einzelnachweise am Rhein und in wärmebegünstigten Flussauen
  • Aktivitätszeit: Tagaktiv von April/Mai bis Oktober; Wassertemperaturen ≥ 12 °C sind für die Jagd notwendig.

Lebensweise & Ernährung

  • Nahrung: Fast ausschliesslich Fische (Kaulbarsch, Rotfeder, Barsch), die unter Wasser blitzschnell erbeutet werden.
  • Fortpflanzung: Geschlechtsreife mit ca. 3 Jahren bei ~40 cm Länge; 6–25 Jungschlangen werden im Spätsommer lebend geboren.
  • Winterquartier: Frostfreie Verstecke in Ufernähe (Steinhaufen, Wurzelräume, Mauerwerke).

Gefährdung & Schutzstatus

  • Gefährdung: Starke Lebensraumzerstörung (Uferverbauung, Schifffahrt, intensive Freizeitnutzung).
  • Rote Liste Schweiz: „Stark gefährdet“ (EN).
  • Gesetzlicher Schutz: Vollständig geschützt (eidg. Jagdgesetz, NHG).
  • Schwerpunkte: Erhalt natürlicher Ufer, Schaffung von Kleinstrukturen (Steinschüttungen, Wurzelstubben) und Reduktion von Störungen.

Beobachtungstipps

  • Ruhige, vegetationsreiche Ufer mit flachen, sonnigen Abschnitten aufsuchen.
  • Früher Vormittag und später Nachmittag sind günstige Beobachtungszeiten.
  • Achtung: Verwechslungsgefahr mit der Ringelnatter – typisch sind die Würfelmuster und das Fehlen eines gelben Nackenflecks.

  1. Würfelnatter – Portrait & Steckbrief (info fauna / karch)
    Umfassendes Portrait mit Verbreitungskarte und Schutzmerkblatt (PDF) der nationalen Koordinationsstelle für Reptilien.

  2. Reptil des Jahres 2009: Die Würfelnatter (feldherpetologie.de)
    Hintergrundinfos, Jahresverlauf und Lebensraumansprüche aus Anlass der Wahl zum Reptil des Jahres.

  3. Schlangen in der Zimmerbergregion – Vortrag 2023 (naturwaedi.ch)
    Aktueller Vortrag über die Würfelnatter und weitere Schlangenarten am Zürichsee mit Fokus auf Schutz und Herkunft.

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