Steckbrief: Die Graskrabbenspinne (Xysticus erraticus)
Die Gattung Xysticus, zu der auch Xysticus erraticus gehört, ist eine weit verbreitete Gruppe von Krabbenspinnen (Familie Thomisidae). Der Zusatz "cf." (lateinisch confer = vergleiche) in der wissenschaftlichen Benennung deutet darauf hin, dass die Zuordnung des Exemplars zu Xysticus erraticus auf einer morphologischen Ähnlichkeit basiert, aber eine exakte Bestimmung aufgrund der Ähnlichkeit zu anderen Arten der Gattung (wie Xysticus ulmi oder Xysticus cristatus) noch durch eine genaue Untersuchung der Genitalmerkmale (Pedipalpen bei Männchen, Epigyne bei Weibchen) verifiziert werden müsste.
Taxonomie und Identifikation
- Wissenschaftlicher Name: Xysticus erraticus (Blackwall, 1834)
- Deutscher Name: Graskrabbenspinne
- Familie: Thomisidae (Krabbenspinnen)
- Bestimmung: Die Abgrenzung innerhalb der Gattung Xysticus gilt als anspruchsvoll. Fachleute nutzen hierzu insbesondere die spezifische Form der Bulbal-Apophysen am männlichen Pedipalpus sowie mikroskopische Details der weiblichen Genitalorgane.
Ökologie und Vorkommen
- Lebensraum: Die Art bevorzugt offene Landschaften wie Grasland, Magerrasen und trockene Wiesen. Sie wurde unter anderem in Naturschutzgebieten und im Rahmen von arachnologischen Exkursionen (z. B. im Kaiserstuhl) nachgewiesen.
- Verbreitung: Xysticus erraticus ist in Europa weit verbreitet und gilt nach aktuellen Einstufungen (z. B. Rote Liste Zentrum) als "ungefährdet".
- Bezug zur Schweiz: Da Xysticus erraticus in Mitteleuropa weit verbreitet ist, kommt die Art auch in der Schweiz vor. Das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern (NMBE) mit seiner Plattform araneae dokumentiert die Gattung Xysticus umfassend für den gesamten europäischen Raum, einschließlich der Schweizer Fauna.
Wissenswertes
Die Krabbenspinnen dieser Gruppe bauen keine Fangnetze. Sie sind Lauerjäger, die sich in ihrer Umgebung tarnen und Beutetiere in ihrem unmittelbaren Umfeld ergreifen. Aufgrund ihrer ähnlichen Färbung und Zeichnungsmuster ist eine zweifelsfreie Bestimmung im Feld oft schwierig, weshalb häufig der Hinweis "cf." verwendet wird, wenn eine sichere mikroskopische Bestimmung noch aussteht.
Empfohlene Ressourcen
- araneae – Spinnen Europas (NMBE) – Das Standardwerk für die Bestimmung europäischer Spinnenarten.
- World Spider Catalog (NMBE) – Die wissenschaftliche Datenbank zur Taxonomie und Nomenklatur aller Spinnenarten.
- Rote Liste Zentrum – Spinnen – Übersicht zu Gefährdungsstatus und Vorkommen der Arten in der Region.
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