Dokumentarfilm-Übersicht: Zaffaraya 3.0

Der 2011 veröffentlichte Dokumentarfilm «Zaffaraya 3.0» von Regisseur Andreas Berger ist ein zentrales Zeitdokument über die alternative Subkultur in der Schweiz, speziell in Bern. Als dritter Teil einer Filmreihe über Besetzergeschichten und autonomes Leben, setzt sich der 110-minütige Film intensiv mit den Spannungsfeldern zwischen alternativen Lebensentwürfen und staatlicher Ordnung auseinander.

Zentrale Aspekte des Films

  • Inhaltlicher Fokus: Der Film porträtiert sechs Autonome aus unterschiedlichen Generationen sowie einen Polizisten, der auf über 25 Jahre Erfahrung im Ordnungsdienst zurückblickt. Er gewährt Einblicke in die «Innenräume» der anarchistischer Subkultur und den Alltag in der Berner Wagenburg «Zaffaraya».
  • Wandel der Perspektive: Während frühere Werke des Regisseurs (wie «Berner Beben») einen eher parteilichen und aktivistischen Blick einnahmen, wählt Berger bei «Zaffaraya 3.0» eine distanziertere und dokumentarischere Herangehensweise. Kritiker beschrieben den Film gar als eine Art «Heimatfilm» über das Ungezähmte in einer wohlgeordneten Schweizer Gesellschaft.
  • Historischer Kontext: Das Zaffaraya-Areal in Bern blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die bis in die 1980er Jahre (Besetzungen, Auseinandersetzungen mit dem Gemeinderat) reicht. Der Film dient somit auch als Archivmaterial für den soziokulturellen Wandel in der Stadt Bern.
  • Produktion: Der Film entstand unter Beteiligung von Recycled TV und involvierte verschiedene Filmschaffende aus der Schweizer Dokumentarfilmszene. Er wird oft im Zusammenhang mit anderen sozialen Bewegungen der Schweiz zitiert, etwa im Kontext von Anti-Atom-Protesten oder anderen alternativen Siedlungsprojekten wie dem Hirschenhof.

Weiterführende Informationen

Der Film ist nicht nur ein filmisches Werk, sondern Teil eines grösseren Archivs zur Berner Subkultur. Das Zaffaraya-Gelände prägt bis heute die kulturelle Identität, wie beispielsweise durch Bands aus diesem Umfeld (z. B. Honshu Wolves), die ihre Wurzeln in der Wagenburg betonen.


  1. Zaffaraya 3.0 – RecTv (Offizielle Filmseite mit Kurzporträt)
  2. Ar 472 Dokumentation Subkultur Bern – Zaffaraya (Umfassendes Archivmaterial zu Geschichte und Besetzung)
  3. Unbenanntes Dokument – Berner Bewegung (Detaillierte Presse- und Kritikenübersicht zum Film)

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Schweizer Filme
Zaffaraya 3.0
Zaffaraya 3.0
Switzerland, March 2011
In Bern verteidigen AJZ-Veteranen die in den 80er Jahren eroberten Nischen und junge Autonome provozieren den Staat mit der Forderung nach noch mehr Freiräumen. Anders als früher setzen Staat und Polizei mehr auf Dialog als auf Gewalt. Ein Portrait von sechs Autonomen aus verschiedenen Generationen und einem Polizisten mit mehr als 25 Jahren Erfahrungen im unfriedlichen Ordnungsdienst. Entlang den Reibungsflächen zwischen autonomen Aktivisten und der Polizei lädt der Film zu einer Reise in die Innenräume anarchistischer Subkultur.
von Andreas Berger
KImehr über Zaffaraya 3.0
Quelle: swissfilms.ch